Schifffahrt / 4.2 Befristete Anhebung des Lohnsteuereinbehalts auf 100 %

Die internationale Wettbewerbsfähigkeit inländischer Handelsschiffsreedereien soll durch eine steuerliche Kostenentlastung für einen befristeten Zeitraum von 60 Monaten gesteigert werden. Dazu wurde der Lohnsteuereinbehalt von 40 % auf 100 % ausgedehnt. Arbeitgeber, die eigene oder gecharterte "inländische" Handelsschiffe betreiben, dürfen derzeit vom Gesamtbetrag der anzumeldenden und abzuführenden Lohnsteuer den vollen Betrag von 100 % der auf das Schiffspersonal entfallenden Lohnsteuer abziehen und behalten.

Streichung der bisherigen 183-Tage-Regelung

Das Lohnsteuerprivileg für Arbeitgeber mit Schiffen setzt bislang ein zusammenhängendes Arbeitsverhältnis von mehr als 183 Tagen bei dem betreffenden Reeder voraus.[1] Die sog. 183-Tage-Regelung wird für die genannte Übergangszeit außer Kraft gesetzt. Der volle Lohnsteuerverzicht bei Besatzungsmitgliedern inländischer Handelsschiffe ist während dieses Zeitraums unabhängig von der Dauer ihres Dienstverhältnisses mit dem "Schiffsarbeitgeber".

Die übrigen Anforderungen bleiben für die Anwendung des Lohnsteuerprivilegs für inländische Reeder unberührt, insbesondere müssen die Schiffe weiterhin die deutsche Flagge führen.

Befristete Anhebung bis Ende 2020

Das Gesetz sieht eine Befristung des vollen Lohnsteuerverzichts bis Ende 2020 vor.[2] Nach Ablauf der 60-Monatsfrist ist § 41a Abs. 4 Satz 1 EStG wieder in seiner bis 2015 geltenden Fassung anzuwenden.

[2] § 41a Abs. 4 Satz 1 EStG i. d. F. des" Gesetz zur Änderung des Einkommensteuergesetzes zur Erhöhung des Lohnsteuereinbehalts in der Seeschifffahrt". Das Gesetz bedarf noch der Zustimmung der EU-Kommission.

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