Die Pilotengewerkschaft VC der Lufthansa hat sich im Jahre 2001 formiert und von der damals aus einzelnen DGB-Gewerkschaften neu formierten Gewerkschaft ver.di getrennt. Neben dieser etwa 4500 Lufthansa-Piloten umfassenden Gewerkschaft haben sich die etwa 16 000 Flugbegleiter in der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation UFO selbständig gemacht. Die Flugbegleiter sind zum Teil nicht nur bei UFO, sondern zum Teil auch bei ver.di organisiert.

Somit gibt es für die Berufsgruppe der Flugbegleiter zwei Tarifwerke. Tarifpluralität ist also für die Lufthansa betriebliche Wirklichkeit. Die UFO strebt einheitliche Arbeitsbedingungen an. Bisher haben sich die Lufthansa und ver.di sowie UFO auf gleiche Inhalte der Tarifverträge und Laufzeiten verständigen können. Die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten am Boden werden allein von ver.di vertreten. Dies vereinfacht die Tarifverhandlungen. Die Tarifverhandlungen 2010 sind im Lufthansa-Konzern nach zunächst hart beginnenden Auseinandersetzungen zum Abschluss gebracht worden. Die Ergebnisse sind durch eine gestörte Kampfparität der Funktionseliten jenseits des Verhältnismäßigkeitsprinzips erzwungen worden. Einige tausend Streikende zwingen Millionen von "drittbetroffenen" Flugreisenden zur Tolerierung derartiger Streiks. Die Grundrechte prallen aufeinander. Aus erzwungener Tolerierung wird jedoch nicht Toleranz.

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