Sachbezüge / Sozialversicherung

1 Freie Verpflegung

Die Werte für Verpflegung werden nach den jeweils zu erwartenden Preissteigerungsraten fortgeschrieben. Der Wert der als Sachbezug zur Verfügung gestellten Verpflegung beträgt für das Jahr 2019 bundesweit monatlich 251 EUR.

Wird Verpflegung nur teilweise zur Verfügung gestellt, sind

  • für das Frühstück 53 EUR,
  • für das Mittagessen 99 EUR und
  • für das Abendessen 99 EUR

als monatlicher Wert festgesetzt.

Verpflegung für Familienangehörige, die nicht bei demselben Arbeitgeber beschäftigt sind

Sofern dem Beschäftigten Verpflegung auch für Familienangehörige, die nicht bei demselben Arbeitgeber beschäftigt sind, gewährt wird, erhöht sich der Verpflegungssatz für Familienangehörige,

  • die das 18. Lebensjahr vollendet haben, um 100 % (= 251 EUR),
  • die das 14., aber noch nicht das 18. Lebensjahr vollendet haben, um 80 % (200,80 EUR),
  • die das 7., aber noch nicht das 14. Lebensjahr vollendet haben, um 40 % (100,40 EUR),
  • die das 7. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, um 30 % (75,30 EUR).

Bei der Berechnung des Werts für Verpflegung bleibt das Lebensalter des Familienangehörigen im ersten Entgeltabrechnungszeitraum des Kalenderjahres für das ganze Jahr maßgebend.

Wenn die Verpflegung nicht für einen vollen Monat zur Verfügung gestellt wird, ist der anteilige Wert zu errechnen. Dabei wird die letzte Dezimalstelle um 1 erhöht, wenn sich in der folgenden Dezimalstelle eine der Zahlen 5 bis 9 ergibt.

 

Praxis-Beispiel

Sachbezugswerte für Teilmonate

In einer Beschäftigung besteht im Mai 2019 für 19 Tage Beitragspflicht. Der Arbeitgeber gewährt freie Verpflegung im Wert von 251 EUR monatlich.

Ergebnis:

251 EUR mtl. / 30 = 8,37 EUR

19 × 8,37 EUR = 159,03 EUR

Als beitragspflichtiger Sachbezug für den Zeitraum von 19 Kalendertagen ist der Betrag von 159,03 EUR maßgebend.

2 Freie Unterkunft

Die Werte für Unterkunft werden ebenfalls nach den jeweils zu erwartenden Preissteigerungsraten fortgeschrieben. Der Wert der als Sachbezug zur Verfügung gestellten Unterkunft beträgt für das Jahr 2019 bundesweit monatlich 231 EUR.

Er vermindert sich

  • bei Aufnahme des Beschäftigten in den Haushalt des Arbeitgebers oder bei Unterbringung in einer Gemeinschaftsunterkunft um 15 % (= 196,35 EUR),
  • für Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres und Auszubildende um 15 % (= 196,35 EUR),
  • bei der Belegung mit

    • 2 Beschäftigten um 40 % (= 138,60 EUR),
    • 3 Beschäftigten um 50 % (= 115,50 EUR),
    • mehr als 3 Beschäftigten um 60 % (= 92,40 EUR).

Eine Aufnahme in den Arbeitgeberhaushalt liegt vor, wenn der Arbeitnehmer sowohl in die Wohnungs- als auch in die Verpflegungsgemeinschaft des Arbeitgebers aufgenommen wird. Gemeinschaftsunterkünfte sind typischerweise z. B. Lehrlingswohnheime, Schwesternwohnheime u. Ä.

 

Wichtig

Im Einzelfall ortsübliche Miete ansetzen

Wäre es nach Lage des Einzelfalls unbillig, den Wert der Unterkunft nach den vorstehenden Werten zu bestimmen, kann die Unterkunft auch mit dem ortsüblichen Mietpreis bewertet werden.

3 Freie Wohnung

Der Sachbezug Wohnung ist grundsätzlich mit dem ortsüblichen Mietpreis zu bewerten.

Für Wasser, Energie und sonstige Nebenkosten ist der am Abgabeort maßgebliche Preis maßgebend.

4 Verbilligte Verpflegung, Unterkunft oder Wohnung

Werden Verpflegung, Unterkunft oder Wohnung als verbilligter Sachbezug gewährt, ist der Unterschiedsbetrag zwischen dem vereinbarten Preis und dem Wert, der sich aus der Sozialversicherungsentgeltverordnung ergibt, dem Arbeitsentgelt zuzurechnen.

5 Sonstige Sachbezüge

Bei anderen Sachbezügen als Verpflegung, Unterkunft oder Wohnung ist als Wert für diese Sachbezüge der um übliche Preisnachlässe geminderte übliche Endpreis am Abgabeort anzusetzen. Sind allerdings Durchschnittswerte nach § 8 Abs. 2 Satz 10 EStG festgestellt, sind diese maßgebend. Sofern der ermittelte geldwerte Vorteil insgesamt 44 EUR im Monat nicht übersteigt, bleibt er beitragsrechtlich außer Ansatz. Dies gilt jedoch nur, soweit es sich bei den Zuwendungen in steuerlicher Hinsicht nicht um Barlohn, sondern um Sachlohn handelt.

5.1 Belegschaftsrabatte

Eine Sonderregelung besteht für Belegschaftsrabatte. Der geldwerte Vorteil bleibt steuer- und beitragsfrei, wenn die Rabatte nicht übermäßig sind und allen Arbeitnehmern gleichhoch gewährt werden. Als geldwerter Vorteil ist pro Kalenderjahr der 1.080 EUR übersteigende Unterschiedsbetrag zwischen dem Kaufpreis, den der Arbeitnehmer zu entrichten hat, und dem um 4 % gekürzten Preis anzusetzen, der im allgemeinen Geschäftsverkehr zu erzielen ist. Der übersteigende Betrag unterliegt der Beitragspflicht.

5.2 Sachzuwendungen von Dritten

Wird die Sachzuwendung an Arbeitnehmer fremder Unternehmen gewährt, liegt eine Lohnzahlung durch Dritte vor. Dies hat zur Folge, dass der tatsächliche Arbeitgeber des betreffenden Arbeitnehmers zur Berechnung und Abführung der aus der Sachzuwendung resultierenden Gesamtsozialversicherungsbeiträge verpflichtet ist, und zwar ungeachtet der Tatsache, dass er die Sachzuwendung gar nicht gewährt hat.

6 Pauschale Versteuerung von Sachbezügen

Bei der Gewährung von Sachbezügen ergeben sich unterschiedliche Möglichkeiten für eine Pauschalversteuerung durch den Arbeitgeber. Bei einer Pauschalversteuerung nach den folgenden Vorschriften können sich Auswirkungen in der Sozialve...

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