Sachbezüge / 3.1.2 Minderung um Preisnachlässe

Steht der übliche Endpreis fest, ist zu prüfen, ob für die betreffenden Waren oder Dienstleistungen am Abgabeort Preisnachlässe üblich sind. Sachbezüge sind nur noch insoweit lohnsteuerpflichtig, wie es sich nicht um übliche Preisnachlässe handelt, die jedem im allgemeinen Geschäftsverkehr gewährt werden. Die üblichen Endpreise sind als Ausgangsgröße für die Ermittlung des geldwerten Vorteils um übliche Preisnachlässe zu mindern.

Pauschaler Preisabschlag von 4 % zulässig

Wegen der im Einzelfall aufwendigen Ermittlung der üblichen Preisnachlässe am Abgabeort enthält R 8.1 LStR eine Vereinfachungsregelung. Wird als Ausgangsgröße für die Ermittlung des geldwerten Vorteils der jeweilige Angebotspreis am Abgabeort gewählt, zu dem der konkret Abgebende die Waren oder Dienstleistungen im Einzelhandel fremden Letztverbrauchern anbietet, können übliche Verkaufsrabatte durch einen pauschalen Abschlag von 4 % berücksichtigt werden. Die Waren oder Dienstleistungen dürfen dadurch mit 96 % des Angebotspreises des konkret Abgebenden angesetzt werden. Die Vereinfachungsregelung findet nur dort Anwendung, wo Preisnachlässe dem Grundsatz nach auch möglich sind. Der 4-%-Abschlag ist wegen Bewertungsschwierigkeiten ausdrücklich ausgeschlossen, wenn

  • als Endpreis der günstigste Preis am Inlandsmarkt angesetzt,
  • ein Sachbezug durch eine (zweckgebundene) Geldleistung des Arbeitgebers verwirklicht oder
  • ein Warengutschein mit Betragsangabe hingegeben wird.

Auswirkungen durch die unterschiedlichen Bewertungsansätze können sich in Bezug auf die 44-EUR-Freigrenze ergeben.

Ansatz des günstigsten Marktpreises im Inland

Personalrabatte führen nur dann zu steuerpflichtigem Arbeitslohn (geldwerter Vorteil), wenn der Rabatt vom Arbeitgeber über das hinausgeht, was fremde Dritte für das gleiche Produkt am Markt als Rabatt erhalten. Für den Fremdvergleich ist dabei auf den günstigsten Preis am Markt abzustellen. Versand- und Transportkosten sind in die Berechnung einzubeziehen. Der übliche Endpreis kann daher auch der nachgewiesene günstigste Preis inklusive sämtlicher Nebenkosten sein, zu dem die Ware oder Dienstleistung mit vergleichbaren Bedingungen an Endverbraucher – ohne individuelle Preisverhandlungen im Zeitpunkt des Zuflusses bzw. Bestelltages – am Markt angeboten wird. Markt in diesem Sinne sind alle gewerblichen Anbieter, von denen der Steuerpflichtige die Ware oder Dienstleistung im Inland unter Einbeziehung allgemein zugänglicher Internetangebote oder auf sonstige Weise gewöhnlich beziehen kann. Bei Anwendung des "günstigsten Marktpreises im Inland" kann der Bewertungsabschlag von 4 % nicht angewendet werden. Ebenso scheidet der Abzug des pauschalen Preisnachlasses bei Warengutscheinen mit Betragsangaben aus.

Bewertungswahlrecht: Üblicher Endpreis oder günstigster Marktpreis

Der Arbeitgeber ist im Lohnsteuerverfahren nicht verpflichtet den günstigsten Marktpreis zu ermitteln. Er kann den üblichen Endpreis unter Berücksichtigung des Bewertungsabschlags von 4 % für übliche Preisnachlässe der Ermittlung des geldwerten Vorteils aus der verbilligten Überlassung von Sachbezügen zugrunde legen. In diesem Fall hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit, bei seiner Einkommensteuererklärung den günstigeren Marktpreis durch geeignete Unterlagen nachzuweisen – etwa durch Ausdruck von Internetangeboten im Zuflusszeitpunkt.

 

Praxis-Beispiel

Bewertungswahlrecht des Arbeitgebers

Die Arbeitnehmer erhalten zu Weihnachten ein Smartphone von ihrem Arbeitgeber geschenkt. Der Kaufpreis im örtlichen Fachgeschäft beträgt 499 EUR. Der Arbeitgeber erhält einen Großkundenrabatt und zahlt 468 EUR. Im Internet ist das Smartphone für 458 EUR zzgl. 7 EUR Versandkosten erhältlich.

Ergebnis: Der Arbeitgeber kann der Besteuerung den üblichen Endpreis für die Smartphones unter Berücksichtigung des 4-%-Abschlags für übliche Preisnachlässe zugrunde legen. Dadurch ergibt sich für die Besteuerung ein lohnsteuerpflichtiger geldwerter Vorteil von 479 EUR. Er kann stattdessen bei entsprechender Nachweisführung auch den günstigsten Preis am inländischen Markt von 465 EUR (inkl. Nebenkosten) ansetzen. Berechnet der Arbeitgeber die Lohnsteuer nach der Ausgangsgröße des üblichen Endpreises, hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit, bei seiner Einkommensteuererklärung den günstigeren Marktpreis durch geeignete Unterlagen nachzuweisen – etwa durch Ausdruck von Internetangeboten im Zuflusszeitpunkt.

Zulässig ist auch die Pauschalbesteuerung der Weihnachtsgeschenke mit 30 %. In diesem Fall sind die Smartphones mit den Bruttokosten des Arbeitgebers anzusetzen, also mit 468 EUR.

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