Restaurantscheck / Entgelt

1 Bewertung mit dem Sachbezugswert

Ein Restaurantscheck stellt einen Barzuschuss dar, der grundsätzlich lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig ist. Übersteigt der Verrechnungswert des Restaurantschecks den amtlichen Sachbezugswert um nicht mehr als 3,10 EUR, kann der geldwerte Vorteil mit dem amtlichen Sachbezugswert für ein Mittag- oder Abendessen bewertet werden (2020: je 3,40 EUR) .[1]

Danach sollte der Verrechnungswert eines Restaurantschecks für 2020 maximal 6,50 EUR betragen (Sachbezugswert 2020: 3,40 EUR + Betrag lt. LStR: 3,10 EUR). Übersteigt der Wert des Restaurantschecks den Grenzbetrag von 6,50 EUR, muss der geldwerte Vorteil mit dem Verrechnungswert des Restaurantschecks bewertet werden.

 
Praxis-Beispiel

Bewertung abhängig vom Verrechnungspeis

Der Arbeitnehmer erhält monatlich 15 Essenmarken zur Einlösung bei diversen Annahmestellen (Restaurants, Supermärkte) von seinem Arbeitgeber.

Wie wird der geldwerte Vorteil bewertet, wenn

  1. der Verrechnungswert jeweils 6,50 EUR beträgt?
  2. der Verrechnungswert jeweils 5,00 EUR beträgt?
  3. der Verrechnungswert jeweils 6,60 EUR beträgt?

Ergebnis:

  1. Die Essenmarken sind mit dem Sachbezugswert von 3,40 EUR zu bewerten.
  2. Die Essenmarken sind mit dem Sachbezugswert von 3,40 EUR zu bewerten.
  3. Die Essenmarken sind mit dem Verrechnungswert von 6,60 EUR zu bewerten und dürfen nicht pauschal versteuert werden.
 
Hinweis

Abrechnung über eine "Essenmarken-App"

Der Arbeitgeber kann eine Mahlzeit des Arbeitnehmers auch mit 6,50 EUR arbeitstäglich bezuschussen, wenn der Arbeitnehmer Einzelbelege vorlegt oder der Arbeitgeber sich elektronischer Abrechnungsverfahren bedient.[2]

Weitere Voraussetzungen sind, dass tatsächlich Mahlzeiten abgegeben werden und pro Mahlzeit täglich nur eine "Essenmarke" in Zahlung genommen wird bzw. ein Beleg eingereicht wird. Außerdem darf der Restaurantscheck nicht an Mitarbeiter ausgegeben werden, die eine längerfristige Auswärtstätigkeit ausüben, bei der die ersten 3 Monate noch nicht abgelaufen sind.[3]

Anwendung der 44-EUR-Freigrenze

Für die mit dem amtlichen Sachbezugswert bewertete Kantinenmahlzeit kommt die Anwendung der 44-EUR-Freigrenze nicht in Betracht. Ist eine Mahlzeit hingegen mit dem tatsächlichen Preis zu bewerten, ist auf diese Sachbezüge auch die 44-EUR-Freigrenze anwendbar.

2 Lohnsteuerpauschalierung mit 25 %

Der geldwerte Vorteil kann pauschal mit einem Steuersatz von 25 % (zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchsteuer) versteuert werden und ist dann beitragsfrei in der Sozialversicherung. Voraussetzung ist, dass die Mahlzeiten nicht als Lohnbestandteile im Arbeitsvertrag vereinbart sind und die Mahlzeit mit dem amtlichen Sachbezugswert zu bewerten ist.

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