Führen auf Distanz stellt ganz besondere Herausforderungen an die Vorgesetzten, aber auch an die Teams. Es gibt einige grundlegende Dinge, die Führungskräfte jetzt und unmittelbar nach der kritischen Phase tun können:

  • Alle Resilienzfaktoren für die Teammitglieder fördern.
  • Alle einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Blick behalten, eng im persönlichen Kontakt bleiben.
  • Gemeinsame Werte vermitteln, das gibt Halt und hilft beim Setzen von Prioritäten.
  • Sicherheit und Perspektiven vermitteln, das reduziert Unsicherheit und Ängste.
  • Verständnis zeigen, um Stress und Druck zu lindern.
  • Eigene Gefühle zeigen, sich als Privatmensch zeigen – das hilft dem Team bei der Verarbeitung der eigenen Gefühle.

Auch die "Zeit danach", wenn nach und nach alle aus dem Homeoffice zurückkehren und wieder ein normaler Alltag beginnt, sollte geplant werden. Diese Tipps könnten dann hilfreich sein:

  • Das wieder Zusammenkommen feiern.
  • Zeit für Austausch über die Phase des Lockdown.
  • Informieren über Veränderungen.
  • Langsam starten.
  • Auswertung: Was lief gut? Was lief nicht so gut?
  • Was lässt sich aus der Krise lernen?
  • Wie können künftige Krisen vermieden oder abgemildert werden?

Möglichst bald nach der Wiederaufnahme normaler Arbeitsbedingungen sollte im Team die Krise ausgewertet werden, damit alle daraus lernen können. So lassen sich künftige Krisensituationen vielleicht vermeiden oder es können bessere Vorbereitungen getroffen werden.

 
Ablaufplan zur Auswertung von kritischen Situationen
  1. Besprechen Sie das Geschehene mit den Betroffenen, also z. B. dem Team.
  2. Beschreiben Sie als Erstes das Ereignis wie ein neutraler Beobachter. Nennen Sie nur die Fakten, vermeiden Sie jede Bewertung oder emotionale Äußerung!
  3. Diskutieren Sie im Team: "Was können wir daraus lernen? Was würden wir nächstes Mal anders machen? Was hätten wir besser vorbereiten können?"
  4. Besprechen Sie, wie im Falle einer neuen Krisensituation effektiver kommuniziert und gehandelt werden könnte. Was sollte sinnvollerweise vorbereitet werden, um für eventuelle neue Krisen gewappnet zu sein?
  5. Üben Sie mit den Beteiligten dieses bessere, effektivere Vorgehen. Treffen Sie Vorbereitungsmaßnahmen für ähnliche Krisen, z. B. Kommunikationspläne oder Verbesserung der technischen Ausstattung.

Vorgesetzte und Unternehmen müssen einerseits passend auf die aktuelle Situation reagieren, andererseits aber auch eine längerfristige zeitliche Perspektive einnehmen können: Was passiert nach der akuten Situation? Wie können wir uns auf Krisen besser vorbereiten? Dafür ist es hilfreich, die verschiedenen Resilienzschritte einer Krise und die Management-Aufgaben, die damit verbunden sind, zu kennen (Tab. 3).

 
Antizipation
  • Vorhersehen einer möglichen Störung
  • Warnsignale kennen und prüfen
Abpuffern
  • Abpuffern der Wirkung nach einer Störung
Anpassung
  • Handhaben und Managen einer Störsituation
  • Funktionalität der Organisation bleibt intakt
Wiederherstellung
  • Die Organisation wird nach der Störung möglichst schnell wieder handlungsfähig
Lernen
  • Lernprozess, um sich auf kommende Störungen vorzubereiten
  • Anpassen der Organisation

Tab. 3: Resilienzstufen und Arbeitsaufgaben in Krisen

 
Praxis-Tipp

Auswertung

Gerade die spätere Auswertung der Abläufe während der Covid-19-Pandemie sollte sorgfältig betrieben werden. Es liegt nahe, möglichst schnell wieder den Normalbetrieb anzustreben – im Sinne der Resilienzförderung sollte aber Zeit dafür sein, aus der Krise zu lernen. So wird neues Wachstum möglich.

 
Wichtig

Es geht vorbei!

Denken Sie daran: Es geht vorbei! Es wird eine Zeit nach der Corona-Krise geben. Das sollten Sie auch immer wieder Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Kolleginnen und Kollegen vermitteln.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge