Resilienz fördern – gerade ... / 5 Persönliche Resilienz fördern in der Covid-19-Krise

5.1 Optimale Gesundheit und Wohlbefinden fördern

Auf der ersten Ebene sind alle Maßnahmen sinnvoll, die dabei helfen, dass Menschen gesund und leistungsfähig bleiben. Wer sich nicht wohlfühlt oder krank ist, hat es viel schwerer, sich auf veränderte Umstände einzustellen und Lösungen zu finden. Auch für die Zeit im Homeoffice bieten sich verschiedene Maßnahmen an:

  • Finden Sie heraus, was Ihnen Energie gibt!
  • Entwickeln Sie einen Aktionsplan, wie Sie mehr positive, Energie bringende Erlebnisse in Ihren aktuellen Alltag integrieren können!
  • Gehen Sie Ihren Hobbys nach!
  • Tun Sie, was Ihnen Energie bringt und Sie stärkt! Tun Sie, was Sie aufbaut und Sie besser schlafen lässt!
  • Nutzen Sie die Zeit für Muße, zum Entschleunigen und ausreichend Schlafen!

5.2 Kommunikationsnetzwerke aufbauen und nützen

Gerade wenn die persönlichen Kontakte durch das "social distancing" stark eingeschränkt sind, ist das Pflegen von Kontakten auf anderen Wegen enorm wichtig. Das betrifft natürlich die privaten Kontakte (Familie, Freunde), aber auch die beruflichen. Für Teams, die jetzt plötzlich vom Homeoffice aus arbeiten, sind strukturierte Kommunikationswege besonders relevant. Es ist jetzt Führungsaufgabe, regelmäßige Absprachen zu ermöglichen und dazu die richtigen technischen Lösungen zu finden.

 
Wichtig

Freundschaftliche Kontakte im Team halten

Auch im Berufsleben gibt es freundschaftliche Kontakte, die jetzt nicht unterbrochen werden sollten. Nicht nur die fachliche Kommunikation sollte aufrechterhalten werden, sondern auch die private unter den Kolleginnen und Kollegen.

Diese Punkte sollten berücksichtigt werden, wenn sich die Arbeit weg vom Büro hin in die häusliche Umgebung verlagert hat:

  • Täglich kommunizieren mit:

    • einzelnen Kolleginnen und Kollegen,
    • dem gesamten Team,
    • der Führungskraft.
  • Morgens sollte eine kurze Teambesprechung via Telefon- oder Videokonferenz stattfinden. Dabei müssen folgende Fragen geklärt werden:

    • Wer macht heute was?
    • Wer braucht Unterstützung?
    • Was hat sich seit gestern geändert?
  • Es sollten digitale Plattformen, wie Sharepoint, Slack, WeTransfer u. a., genützt werden.
  • Höflichkeitsregeln sollten auch auf die Entfernung eingehalten werden. So sollte man sich am Feierabend verabschieden und nicht einfach nur von der Plattform abmelden.

5.3 Probleme lösen

Die neue Situation stellt uns auch vor die Herausforderung, ganz neue und unbekannte Probleme möglichst schnell lösen zu müssen. Gleichzeitig ist von vornherein klar, dass die üblichen Standards an die Lösungen häufig nicht angelegt werden können. So werden normale Arbeitsschutzstandards in einem spontan eingerichteten Homeoffice nicht eingehalten werden können. Dann ist es hilfreich, auf verschiedene Techniken des Problemlösens zurückgreifen zu können. Im Resilienzmodell nach Al Siebert werden 3 verschiedene Arten des Problemlösens beschrieben: analytisches, kreatives und praktisches Problemlösen.

Analytisches Problemlösen

Diese Art des Problemlösens wird häufig im beruflichen Bereich eingesetzt, insbesondere im IT-Bereich ist dies die übliche Vorgehensweise. Hier wird, ausgehend vom aktuellen Ist-Zustand, ein Soll-Zustand definiert und es werden verschiedene Lösungswege entwickelt, von denen schließlich einer umgesetzt wird. Wichtig ist dabei immer, eine Erfolgsprüfung vorzunehmen und die Maßnahmen zur Problemlösung ggf. anzupassen.

  1. Verstehen Sie das Problem genau.
  2. Fragen Sie sich, was Sie wollen, was Ihr Ziel ist.
  3. Suchen Sie mehrere mögliche Lösungen und wägen Sie deren mögliche Risiken ab.
  4. Werden Sie aktiv!
  5. Prüfen Sie die Folgen Ihrer Lösungsschritte.
  6. Lernen Sie aus diesem Feedback und verändern Sie ggf. Ihre Bemühungen.
  7. Prüfen Sie wieder die Erfolge.
  8. Fragen Sie sich, was Sie daraus gelernt haben.

Kreatives Problemlösen

Beim kreativen Problemlösen verfolgt man keinen gradlinigen Weg vom Ist- zum Soll-Zustand. Stattdessen versucht man, neue Perspektiven zu finden, kreative Problemlösungen zu finden und dabei auch ungewöhnliche Methoden einzusetzen.

  1. Zuerst alle relevanten Informationen sammeln.
  2. Ungewöhnliche Lösungen entwickeln.
  3. Fragen stellen:

    • Wie könnte ich das anders betrachten?
    • Was wäre, wenn ich genau das Gegenteil täte?
    • Was müsste ich tun, um eine gute Lösung zu verhindern?
    • Was ist auch komisch an der Situation?
  4. Listen schreiben, Mindmap erstellen, Zeichnungen machen.
  5. Pausen einlegen, rausgehen.
  6. Musik hören.

Praktisches Problemlösen

Diese Art des Lösens von Problemen eignet sich besonders für Situationen, in denen die üblichen Abläufe und Qualitätsstandards nicht eingesetzt werden können. Es geht darum, die Dinge irgendwie am Laufen zu halten, auch mit ungewöhnlichen Methoden. Der massenhafte Umzug ins Homeoffice ist so eine praktische Problemlösung – sicherlich nicht perfekt, aber die Geschäfte können zumindest weiterlaufen. Und auch bei diesen neuen Strukturen müssen unentwegt neue Lösungen für kleine und große Probleme gefunden werden.

  • Handfeste Lösungen finden, die ausreichend funktionieren.
  • Provisorische Lösungen finden.
  • Ungewöhnliche Materialien verwenden.
  • Das Ziel erreichen, auch auf ungewöhnlichen Wegen.
  • Nicht von Gewohnheiten oder Erwartungen, wie etwas laufen sollte, ...

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