Der Arbeitsmarkt ist dynamisch und auf der einen Seite von Mangel, aber oft auch von Überfluss geeigneter oder bestimmter Kandidaten geprägt. Nicht jeder an sich hoch interessante Kandidat passt zum gesuchten Anforderungsprofil oder die für den Kandidaten geeignete Position ist bereits besetzt. Oft wird nur ein Kandidat eingestellt und allen anderen, unter Umständen fast ebenso gut passenden Bewerbern, wird abgesagt. Damit gehen potenzielle interessante Kandidaten verloren und bewerben sich beim nächsten Unternehmen. Die aufgewandten Kosten sind aber schon entstanden und die für die Personalgewinnung aufgewandte Zeit verloren. Aus diesem Grund kann sich der Aufwand, einen eigenen Kandidatenpool aufzubauen und zu pflegen, lohnen. Vor allem dann, wenn öfters ähnliche Profile zu besetzen sind.

Die Kandidaten, welche sich im Pool befinden, sollten regelmäßig kontaktiert werden, um in Erinnerung behalten zu werden. Nur wenn die Daten der Personen und das Einverständnis der Datenspeicherung immer wieder aktualisiert werden, ist eine rechtssichere und lohnende Nutzung des Pools auch möglich.

Insbesondere mit Blick auf Einstiegspositionen bietet es sich für größere Unternehmen an, eine eigene Talentdatenbank aufzubauen, zu pflegen und zu nutzen. Erfolgreich nutzen solche Pools bereits seit Jahren z. B. Porsche mit PolePosition oder die Edeka Zentrale mit "Edeka verbindet". Man spricht hier dann auch von Talent Relationship Management, kurz TRM.

Dabei geht es nach der Identifikation der Schlüsselzielgruppe um die Identifikation und Selektion von Kandidaten für den Pool. Zur Bindung bieten sich unterschiedlichste Maßnahmen, von Grußkarten zum Geburtstag und zu Weihnachten bis hin zu Kaminabenden und Mentorenprogrammen. Das wichtigste ist nachher die bevorzugte Ansprache von Poolmitgliedern bei der Besetzung möglicher Stellen.

 
Praxis-Tipp

Eigener Pool als erste Sourcing Datenbank festschreiben

Wenn ein Kandidatenpool im Unternehmen aufgebaut und im Sinne von Talent Relationship Management gepflegt wird, muss dieser auch bei der Suche an erster Stelle kommen. Die Profile nur in einer Datenbank zu speichern reicht nicht aus. Regelmäßiger Kontakt mit den Kandidaten, z. B. auch aktiv über Mentoren aus den Fachbereichen, fördert die Bindung an Ihr Unternehmen und verstärkt Ihre Professionalität. Noch wichtiger ist die Nutzung der Datenbank für Stellenbesetzungen. Erfolgreiche Besetzungen sollten entsprechend auch im Netzwerk kommuniziert werden. Auch wenn die Kandidaten im Pool selbst nicht passen, haben diese wiederum Netzwerke, die ebenso Potenzial bergen.

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