Psychische Belastung am Arb... / 1.3 Ressourcen stärken durch Gestaltung der Arbeitsaufgaben

Bei der Gestaltung von Arbeitsaufgaben kann einiges dafür getan werden, dass sie als Ressource und Stresspuffer für die Mitarbeiter wirken können. Unternehmen können hier im Sinne der Verhältnisprävention an verschiedenen Punkten ansetzen und die Arbeit gesundheitsförderlich gestalten (Tab. 2).

 
Gestaltbarer Einfluss Erwünschte Merkmale Realisierung durch …
Ganzheitlichkeit

Mitarbeiter erkennen Bedeutung und Stellenwert ihrer Tätigkeit.

Mitarbeiter erhalten Rückmeldung über den eigenen Arbeitsfortschritt aus der Tätigkeit selbst.
… umfassende Aufgaben mit der Möglichkeit, Ergebnisse der eigenen Tätigkeit auf Übereinstimmung mit gestellten Anforderungen zu prüfen.
Anforderungsvielfalt

Unterschiedliche Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten werden eingesetzt.

Einseitige Beanspruchung wird vermieden.
… Aufgaben mit planenden, ausführenden und kontrollierenden Elementen bzw. unterschiedlichen Anforderungen an Körperfunktionen und Sinnesorgane.
Möglichkeiten der sozialen Interaktion

Schwierigkeiten werden gemeinsam bewältigt.

Gegenseitige Unterstützung hilft, Belastungen besser zu ertragen.
… Aufgaben, deren Bewältigung Kooperation nahelegt oder voraussetzt.
Autonomie

Stärkt Selbstwertgefühl und Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung.

Vermittelt die Erfahrung, nicht einfluss- und bedeutungslos zu sein.
… Aufgaben mit Dispositions- und Entscheidungsmöglichkeiten.
Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten

Allgemeine geistige Flexibilität bleibt erhalten.

Berufliche Qualifikationen werden erhalten und weiterentwickelt.
… problemhaltige Aufgaben, zu deren Bewältigung vorhandene Qualifikationen erweitert bzw. neue Qualifikationen angeeignet werden müssen.

Tab. 2: Beispiele für gesundheitsförderliche Gestaltungsmöglichkeiten von Arbeitsaufgaben[1]

Die Verbesserung von Ressourcen am Arbeitsplatz kann sowohl kurz- als auch langfristig auf unterschiedliche Weise die psychische Gesundheit von Beschäftigten stärken (Abb. 5).

Abb. 5: Positive Wirkung von Arbeitsfaktoren auf die psychische Gesundheit[2]

Gerade in Arbeitsbereichen, bei denen es häufig zu psychischer Fehlbeanspruchung kommen kann, haben Unternehmen viele Möglichkeiten, zumindest mit der Schaffung von zahlreichen Ressourcen für einen Ausgleich und eine Verminderung der Belastung zu sorgen. Dazu gehören z. B. Unternehmen aus dem Dienstleistungs-, Gesundheits- und Sozialbereich.

Wie bereits erwähnt, gibt es bei den Ressourcen Schlüsselfaktoren, die einerseits eine besonders starke Wirkung auf die Gesundheit haben und andererseits von den Unternehmen durchaus beeinflussbar sind:

  • Tätigkeitsspielraum, d. h. Spielräume bei Entscheidungen und beim Arbeitshandeln. Außerdem sollten Aufgaben möglichst vollständig ausgeführt werden können. Eine sehr starke Arbeitsteilung verringert den Spielraum.
  • Aufgaben- und mitarbeiterorientierte Führung.
  • Vorhersehbarkeit und Planbarkeit der Arbeitszeiten, z. B. frühzeitige Erstellung von Dienstplänen, die dann auch verlässlich eingehalten werden.
  • Ausreichende Möglichkeiten zur Erholung, sowohl was die Pausen, als auch was die Ruhe- und Urlaubszeiten angeht.

Bei diesen Faktoren sollte bei der gesundheitsförderlichen Gestaltung der Arbeitsbedingungen vorrangig angesetzt werden. Welche Möglichkeiten sich hier bieten, wird in den folgenden Abschnitten beschrieben.

[1] BAuA, Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt, 2017, S. 24.
[2] BAuA, Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt, S. 23.

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