Psychische Belastung am Arb... / 8.3 Alkoholmissbrauch und Suchtprävention

Bei manchen Menschen führen berufliche Überbeanspruchung oder andere Probleme im Arbeitsleben zu Alkoholmissbrauch, aber auch andere Ursachen können dem zugrunde liegen. Experten gehen davon aus, dass 5 % der Beschäftigten alkoholkrank und etwa 10 % unmittelbar gefährdet sind. Bei einer Firma mit 400 Mitarbeitern muss also mit einer Anzahl von 20 Alkoholkranken gerechnet werden! Männer sind dabei eher betroffen als Frauen. Da alkoholkranke Mitarbeiter nur ungefähr 75 % der Arbeitsleistung eines Gesunden erbringen, ist es sinnvoll, sich über Alkoholprävention im Betrieb Gedanken zu machen.

 

Achtung

Mögliche Auffälligkeiten alkoholkranker Mitarbeiter im Arbeitsverhalten

  • häufige Fehltage ohne ärztlichen Nachweis, oft durch Dritte entschuldigt,
  • unentschuldigtes Fehlen,
  • fehlerhafte Arbeitsergebnisse,
  • Arbeitsrückstände,
  • Wechsel von aktiven Phasen mit deutlichem Leistungsabfall,
  • mit vielen Arbeitsaufgaben gleichzeitig beschäftigt, aber für Dritte nicht nachvollziehbar,
  • Unzuverlässigkeit, Versäumnis von Terminen,
  • fahrig, nervös, unkonzentriert,
  • Entfernen vom Arbeitsplatz während der Arbeit,
  • Überziehen der Pausen, unregelmäßiger Arbeitsbeginn,
  • vorgezogenes Arbeitsende.

Besonders gefährdet sind Personen, die unter großem Zeit- und Leistungsdruck arbeiten. Auch Arbeitsbedingungen, die die Mitarbeiter körperlich, sozial oder psychisch besonders belasten, können den Alkoholismus fördern, besonders wenn es gleichzeitig nur geringe Handlungsspielräume gibt.

Es gibt verschiedene Akteure, die zur Suchtprävention im Betrieb beitragen können:

  • Die Fachkraft für Arbeitssicherheit kann Aufklärung und Information in den Betrieb hineintragen.
  • Führungskräfte können das Thema mit ihren Mitarbeitern thematisieren und bei Bedarf Gespräche anbieten.
  • Der Betriebs- oder Personalrat kann die Arbeitsbedingungen auf hohe körperliche, soziale und psychische Belastungen überprüfen und ggf. Änderungsvorschläge machen. Sinnvoll ist auch eine Betriebsvereinbarung, in der festgehalten wird, wie mit Alkoholproblemen im Betrieb umgegangen werden soll.
 

Praxis-Tipp

Absolutes Alkoholverbot

Der erste und wichtigste Schritt ist ein absolutes Alkoholverbot im gesamten Betrieb! Es muss Bestandteil der Unternehmenskultur sein, dass während der Arbeit kein Alkohol getrunken wird.

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