Prüfungen in der berufliche... / 7.2 Wiederholung zur Notenverbesserung

Eine im Gesetz ebenfalls nicht verankerte, in der Praxis aber durchaus gängige Möglichkeit ist die Wiederholung der Prüfung trotz vorherigem Bestehen. Diese auf den ersten Blick wenig sinnvoll erscheinende Option kann sich in all den Fällen als wünschenswert erweisen, in denen sich z. B. einer Berufsausbildung noch ein Studium anschließen soll und mit einer erhofften Notenverbesserung in der beruflichen Abschluss- bzw. Gesellenprüfung auch die Chancen zum Hochschulzugang steigen können.

In der Literatur wird unter dem Motto "Alles ist erlaubt, was nicht ausdrücklich verboten ist" die Meinung vertreten, dass sogar Prüfungsordnungen, die diese allein auf Notenverbesserung abstellende Wiederholung untersagen, in diesem speziellen Punkt unzulässig sind. Demnach könnte eine zuständige Stelle (IHK oder Handwerkskammer) einen Wiederholungsbewerber mit bestandener Prüfung nicht von der Wiederholungsprüfung ausschließen, weil er ja schon bestanden habe. Eine zeitliche Begrenzung für den Wiederholungsversuch zwecks Notenverbesserung wird allerdings als zulässig erachtet.

Allerdings wird auch darauf hingewiesen, dass der allein auf Notenverbesserung einer bereits bestandenen Prüfung abzielende "Wiederholer" keinen Anspruch auf Verlängerung des Berufsausbildungsverhältnisses hat, weil dies definitiv nur bei Fällen des vorherigen Prüfungsversagens statthaft ist (§ 21 Abs. 3 BBiG).

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