Prüfungen in der berufliche... / 4.3.2 Externe mit Berufserfahrung

Zur Abschluss- bzw. Gesellenprüfung ist nach § 45 Abs. 2 BBiG bzw. § 37 Abs. 2 HwO auch zuzulassen, wer nachweist, dass er mindestens das Eineinhalbfache der Zeit, die als Ausbildungszeit vorgeschrieben ist, in dem Beruf tätig war, in dem er die Prüfung ablegen will. Diese sog. Externenprüfung soll Erwerbstätigen, die keine Berufsausbildung durchlaufen haben, aber über entsprechende Berufserfahrung verfügen, ebenfalls ermöglichen, ihre berufliche Qualifikation nachzuweisen.

Als Ausbildungsdauer gilt der in der Ausbildungsordnung als Regelausbildungszeit bezeichnete Zeitraum. Über den (Mindest)Inhalt der Tätigkeiten, die zugrunde gelegt werden, sagt diese Regelung jedoch nichts aus. Es kann insbesondere nicht Voraussetzung zur Zulassung sein, zu prüfen, ob der Prüfungsaspirant alle Tätigkeiten des Ausbildungsberufsbilds, das in der Ausbildungsordnung geregelt ist, durchlaufen haben muss. Tätigkeiten als Hilfskraft oder in einem anderen Beruf reichen nicht aus. Wer dagegen die erforderliche Zeit als Praxiszeit nachweisen kann, hat aber einen Rechtsanspruch auf Zulassung zur Externenprüfung.[1]

Die Nachweise über das Absolvieren der geforderten Praxiszeit können in geeigneter Form glaubhaft gemacht werden. Dafür kommen u. a. in Betracht die Vorlage von Zeugnissen, Arbeitsbescheinigungen, Versicherungsnachweisen oder anderen Dokumenten, ersatzweise auch durch glaubwürdige und nachprüfbare schriftliche Bestätigungen (von ehem. Arbeitskollegen etc.).

[1] Hessischer VGH, Urteil v. 13.2.1973, II OE 129/72.

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