Prüfungen in der berufliche... / 4.1 Normalfall der Zulassung

Um zur Abschluss- bzw. Gesellenprüfung zugelassen zu werden, müssen die im Gesetz (§ 43 Abs. 1 BBiG bzw. § 36 Abs. 1 HwO) aufgeführten Voraussetzungen erfüllt sein.

Danach hat als Prüfling einen unabweisbaren Rechtsanspruch,

  • wer die Ausbildungszeit zurückgelegt hat oder wessen Ausbildungszeit nicht später als 2 Monate nach dem Prüfungstermin endet,
  • wer an den vorgeschriebenen Zwischenprüfungen teilgenommen sowie vorgeschriebene schriftliche Ausbildungsnachweise geführt hat und
  • wessen Berufsausbildungsverhältnis in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse eingetragen oder aus einem Grund nicht eingetragen ist, den weder der Auszubildende noch dessen gesetzliche Vertreter zu vertreten haben[1]

Die "Absolvierung der Ausbildungszeit" ergibt sich aus dem Vertrag in Verbindung mit der einschlägigen Ausbildungsordnung.[2] Danach kann präzise das Ende der Ausbildungszeit ermittelt werden.

Da im Einzelfall auch eine Verkürzung der Ausbildungszeit möglich ist, ist die Ausbildungszeit stets an dem vereinbarten Zeitpunkt beendet.

Zu der Frage, wann eine Ausbildungszeit als "zurückgelegt" zu betrachten ist, um das gesetzliche Kriterium zu erfüllen, gibt es keine Mindeststandards. Somit bleiben auch krankheitsbedingte Fehlzeiten unbeachtlich. Wesentlich ist einzig und allein der verstrichene Ausbildungszeitraum, unabhängig davon wie der Verlauf der Berufsausbildung tatsächlich war.

Wenn sich der Prüfling aber trotz einer längeren Unterbrechung "fit" fühlt für die Prüfung, dann hat er gleichwohl einen Anspruch auf Zulassung zur Prüfung, insbesondere dann, wenn das Ausbildungsziel gleichwohl erreicht werden kann oder wenn die Leistungen des Antragstellers dies rechtfertigen.[3]

[1] Zu Termin und Ablauf der Zwischenprüfung siehe Abschn. 5; zum Führen von Ausbildungsnachweisen vgl. "Das Berufsausbildungsverhältnis",
[3] OVG Hamburg, Urteil v. 3.12.1991, Bf VI 113/90.

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