Praxis-Beispiele: Teilzeitb... / 2 Überstunden
 

Sachverhalt

In einem Unternehmen ist als regelmäßige Arbeitszeit die 39-Stunden-Woche festgelegt. Ein neuer Mitarbeiter soll als Teilzeitkraft eingestellt werden. Er soll 21 Stunden wöchentlich arbeiten: montags, mittwochs und freitags jeweils 7 Stunden. Das Gehalt für eine Vollzeitstelle beträgt monatlich 1.950 EUR, der Urlaub 24 Arbeitstage jährlich, im Juni werden 50 % Urlaubsgeld gezahlt.

Nach einiger Zeit stellt sich heraus, dass der Arbeitnehmer gelegentlich mehr als 21 Wochenstunden arbeiten muss. Der Arbeitnehmer ist nach gemeinsamer Absprache bereit, entsprechend mehr zu arbeiten.

Wie müssen die Überstunden bezahlt werden, müssen ihm dafür Überstundenzuschläge gezahlt werden und wie wirkt sich das auf seinen Urlaub aus?

Lösung

Das Gehalt wird anteilig entsprechend der im Arbeitsvertrag vereinbarten Stunden berechnet:

1.950 EUR : 39 Stunden = 50 EUR × 21 Stunden = 1.050 EUR.

Überstunden sind regelmäßig vergütungspflichtig, sofern sie angeordnet wurden. Sie entstehen erst, wenn über die regelmäßige betriebliche Arbeitszeit hinaus gearbeitet wird. In diesem Unternehmen ist also erst die 40. Wochenstunde als Überstunde zu betrachten. Der Arbeitnehmer überschreitet zwar seine individuelle Arbeitszeit, leistet aber noch keine Überstunden. Demzufolge hat er auch keinen Anspruch auf Bezahlung von Überstundenzuschlägen, auch wenn deren Zahlung im Betrieb üblich ist. Der Arbeitnehmer hat allerdings Anspruch auf Bezahlung der über die individuelle Arbeitszeit hinausgehenden Stunden. Der Stundensatz wird wie folgt berechnet:

1.950 EUR /(39 × 4,35) = 11,49 EUR

Bzw. 1.050 EUR / (21 × 4,35) = 11,49 EUR.

 
Hat der Arbeitnehmer im Juni 5 Überstunden geleistet, berechnet sich sein Bruttogehalt wie folgt:
Gehalt 1.050,00 EUR
Zzgl. 5 Überstunden (5 × 11,49 EUR) + 57,45 EUR
Zzgl. Urlaubsgeld (50 % v. 1.050 EUR) + 525,00 EUR
Gesamtbrutto (steuer- und sozialversicherungspflichtig) 1.632,45 EUR

Auf seinen Urlaubsanspruch und das Urlaubsgeld haben diese Überstunden zunächst keinen Einfluss.

Hinweis

Fallen die Überstunden mit einer gewissen Regelmäßigkeit an, kann das den Anspruch auf Urlaubsgeld erhöhen. Hierzu sind tarifliche Regelungen zu beachten.

Praxis-Tipp

Sind die 21 Stunden Arbeitszeit auf die ganze Woche (5 Arbeitstage pro Woche) verteilt, stehen dem Arbeitnehmer auch volle 24 Tage Urlaub zu.

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