Praxis-Beispiele: Studenten... / 3 Beschäftigung mit wöchentlicher Arbeitszeit von nicht mehr als 20 Stunden
 

Sachverhalt

Ein eingeschriebener Student übt vom 1.3.2019 an eine unbefristete Beschäftigung gegen ein monatliches Arbeitsentgelt von 900 EUR aus. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 17 Stunden.

Wie ist die Beschäftigung sozialversicherungsrechtlich zu beurteilen?

Lösung

Da die wöchentliche Arbeitszeit 20 Stunden nicht überschreitet, besteht in der Beschäftigung im Rahmen des Werkstudentenprivilegs Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Zur Rentenversicherung besteht jedoch Versicherungspflicht.

Es sind individuelle Beiträge zur Rentenversicherung zu zahlen. Pauschale Beiträge zur Krankenversicherung sind nicht zu zahlen, da die Merkmale einer geringfügig entlohnten Beschäftigung nicht vorliegen.

 
Personengruppenschlüssel: 106
Beitragsgruppenschlüssel: 0100
Zuständige Einzugsstelle: zuständige Krankenkasse

Praxis-Tipp

Bei der Beschäftigung von Studenten ist es aus Sicht des Arbeitgebers finanziell sinnvoller, die Grenzen der geringfügigen Beschäftigung zu überschreiten. Die Pauschalbeiträge zur Kranken- und Rentenversicherung bei der geringfügigen Beschäftigung betragen 28 % (15 % Rentenversicherung, 13 % Krankenversicherung). Studenten, deren regelmäßiges Arbeitsentgelt über 450 EUR liegt, deren wöchentliche Arbeitszeit aber 20 Stunden nicht überschreitet, sind nur rentenversicherungspflichtig. Daraus ergeben sich lediglich 9,3 % zusätzliche Aufwendungen für den Arbeitgeber für den Rentenversicherungsbeitrag.

Für die Beiträge zur Rentenversicherung werden dabei bis zu einem regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelt in Höhe von 1.300 EUR die Regelungen des Übergangsbereichs angewendet. Dadurch ist der Beitrag des Studenten niedriger als 9,3 % seines tatsächlichen Arbeitsentgelts.

Ist der Student im Rahmen der für ihn kostenlosen Familienversicherung krankenversichert, darf sein monatliches Gesamteinkommen 1/7 der monatlichen Bezugsgröße (2019 = 445 EUR) nicht überschreiten. Da allerdings bei der Ermittlung des Gesamteinkommens die Werbungskosten bzw. die entsprechenden Pauschbeträge (derzeit 1.000 EUR/jährlich bzw. 83,33 EUR/monatlich) abzuziehen sind, wirkt sich eine solche Beschäftigung bis zu einem monatlichen Arbeitsentgelt in Höhe von 518,33 EUR nicht auf die Familienversicherung aus. Dabei dürfen allerdings keine weiteren anrechenbaren Einkünfte vorhanden sein.

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