Praxis-Beispiele: Sonstige ... / 2 Jahresbonus
 

Sachverhalt

Ein Handelsunternehmen aus Rostock zahlt im Januar einen Umsatzbonus für das vergangene Jahr. Eine Mitarbeiterin mit einem Gehalt von 4.200 EUR erhält 2021 einen Umsatzbonus von 7.000 EUR. Ihr Jahresbruttoentgelt in 2020 betrug 49.500 EUR.

Wie wird der Umsatzbonus lohnsteuer- und sozialversicherungsrechtlich behandelt?

Lösung

Der Umsatzbonus ist im Januar 2021 als sonstiger Bezug nach der Jahreslohnsteuertabelle zu versteuern. Im Steuerrecht gilt das Zuflussprinzip: Die Lohnsteuer fällt in dem Jahr an, in dem die Zahlung erfolgt.

In der Sozialversicherung ist die Anwendung der Märzklausel zu prüfen: Dazu ist die anteilige Jahresbeitragsbemessungsgrenze per 31.1.2021 bei krankenversicherungspflichtigen Arbeitnehmern in der Kranken- und Pflegeversicherung und bei krankenversicherungsfreien Arbeitnehmern in der Renten- und Arbeitslosenversicherung dem beitragsrechtlichen Entgelt per 31.1.2021 gegenüber zu stellen:

 
Kranken- und Pflegeversicherung  
Anteilige Jahresbeitragsbemessungsgrenze bis 31.1.2021 (4.837,50 EUR × 1 Monat) 4.837,50 EUR
Beitragspflichtiges Entgelt per 31.1.2021 (4.200 EUR x 1 Monat + 7.000 EUR) 11.200 EUR
Die Differenz von 6.362,50 EUR wäre im Januar 2021 kranken- und pflegeversicherungsfrei.

Als Folge wird die gesamte Einmalzahlung dem Vorjahr (= Anwendung der Märzklausel) zugeordnet.

 
Kranken- und Pflegeversicherung  
Jahresbeitragsbemessungsgrenze 2020 56.250 EUR
Beitragspflichtiges Jahresarbeitsentgelt 2020 - 49.500 EUR
Noch nicht verbeitragt 6.750 EUR

Von der Einmalzahlung von 7.000 EUR im Januar 2021 sind 6.750 EUR kranken- und pflegeversicherungspflichtig.

Die restlichen 250 EUR (7.000 EUR – 6.750 EUR) aus der Einmalzahlung bleiben kranken- und pflegeversicherungsfrei.
 
Renten- und Arbeitslosenversicherung  
Jahresbeitragsbemessungsgrenze 2020 77.400 EUR
Beitragspflichtiges Jahresarbeitsentgelt 2020 - 49.500 EUR
Noch nicht verbeitragt 27.900 EUR
Die gesamte Einmalzahlung von 7.000 EUR ist renten- und arbeitslosenversicherungspflichtig.

Hinweis

Bei krankenversicherungspflichtigen Arbeitnehmern ist in jedem Fall auf die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung abzustellen. Bei krankenversicherungsfreien (freiwillig oder privat versicherten) Arbeitnehmern ist nur die Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung anzuwenden.

Praxis-Tipp

Wird der Jahresbonus im Entgeltabrechnungsprogramm als Einmalzahlung gekennzeichnet, führt das Entgeltabrechnungsprogramm die Prüfung der Märzklausel automatisch durch. Nur bei Wechsel des Entgeltabrechnungsprogramms müssen die Vorjahreswerte manuell vortragen werden, damit das Programm die Märzklausel anwenden kann.

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