Praxis-Beispiele: Rabattfre... / 7 Reiseleistung/Vermittlungsprovision
 

Sachverhalt

Die Arbeitnehmerin eines Reisebüros kann eine vom Arbeitgeber vermittelte Pauschalreise, die im Katalog des Reiseveranstalters zum Preis von 2.000 EUR angeboten wird, für lediglich 1.500 EUR buchen. Vom Preisnachlass von 500 EUR entfallen 200 EUR auf die Vermittlungsprovision des Arbeitgebers und 300 EUR auf die Reiseleistung des Veranstalters. Der Rabatt des Veranstalters soll zur Auslastungsoptimierung beitragen und die bestehenden Geschäftsverbindungen sichern und verbessern. Er ist an keine Gegenleistung geknüpft.

Wie sind die unterschiedlichen Rabatte für die Arbeitnehmerin steuerlich zu behandeln?

Lösung

Es liegen 2 "Rabatt-Arten" vor:

  1. Der Arbeitgeber verzichtet auf seine Provision. Da der Arbeitgeber an seine Kunden ausschließlich Reisen vermittelt und dafür Provision bekommt, ist dieser Vorteil (200 EUR) über den Rabattfreibetrag begünstigt.
  2. Beim Preisnachlass vom Reiseveranstalter handelt es sich dem Grunde nach um eine Lohnzahlung Dritter. Der Rabatt steht auch in Veranlassungszusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis. Jedoch führt er nicht zu steuerpflichtigem Arbeitslohn, da der Dritte (Veranstalter) an der Rabattgewährung ein eigenwirtschaftliches Interesse hat.
 
Berechnung geldwerter Vorteil
Wert der Reise 2.000 EUR
Arbeitgeberverzicht auf einen Teil der Provision 200 EUR
Steuerlicher Wert 96 % 192 EUR
Begünstigt durch den Rabattfreibetrag (höchstens 192 EUR) -192 EUR
Geldwerter Vorteil (lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig) 0 EUR
Verbleibender Rabattfreibetrag für das laufende Kalenderjahr (1.080 EUR – 192 EUR) 888 EUR

Praxis-Tipp

Gewährt ein Reiseveranstalter den Reisebüroinhabern und deren Angestellten (Expedienten) zur Sicherung der Geschäftsverbindung Rabatte von über 80 % des Katalogpreises, führt dies für die Angestellten nicht zu steuerpflichtigem Arbeitslohn. Bei diesem Rabatt liegen keine Zuwendung eines Dritten vor. Ob eine Zuwendung eines Dritten durch das Dienstverhältnis veranlasst ist, entscheidet immer der Einzelfall.

Bei von Dritten gewährten Preisvorteilen liegt Arbeitslohn nur vor, wenn der Dritte den Vorteil im Interesse des Arbeitgebers gewährt. Hingegen nicht, wenn der Dritte ein eigenwirtschaftliches Interesse an der Rabattgewährung hat bzw. den Rabatt aus eigenwirtschaftlichen Gründen gewährt.

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