Praxis-Beispiele: Rabattfre... / 12 44-EUR-Freigrenze und Versandkosten
 

Sachverhalt

Ein Arbeitgeber gewährt seinen Mitarbeitern unter bestimmten Voraussetzungen Sachprämien (insbesondere handelsübliche Verbrauchsgüter, u. a. Unterhaltungselektronik, Werkzeuge, Kosmetik, Kleidung, Lebensmittel, Haushaltsgeräte). Hierzu bedient er sich eines Dritten, der die Waren ordert und auch ausliefert. Der dem Arbeitgeber in Rechnung gestellte Bruttobetrag beträgt 43,99 EUR. Darüber hinaus muss der Arbeitgeber für jede Bestellung eine Versand- und Handlingspauschale von 6 EUR zahlen.

Fallen die monatlichen Sachprämien unter den sog. "kleinen Rabattfreibetrag" von 44 EUR für Sachbezüge?

Lösung

Die Bewertung des geldwerten Vorteils erfolgt mit dem um übliche Preisnachlässe geminderten üblichen Endpreis am Abgabeort, hier also 43,99 EUR (innerhalb der Freigrenze).

Liefert der Arbeitgeber jedoch die Ware in die Wohnung des Arbeitnehmers, kommt es zu einer zusätzlichen Leistung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer. Dies führt zu einem gesonderten Sachbezug, der auch gesondert zu bewerten ist. Wird die Versand- und Handlingspauschale als eigenständige Leistung in der Rechnung ausgewiesen und ist sie nicht bereits im Einzelhandelsverkaufspreis und damit im Endpreis enthalten, erhöht der geldwerte Vorteil aus der Lieferung "nach Hause" bei der Berechnung der Freigrenze von 44 EUR den Warenwert.

Der Warenwert von 43,99 EUR erhöht sich folglich um die Versand- und Handlingspauschale von 6 EUR. Damit ist die Freigrenze von 44 EUR überschritten und der gesamte Vorteil von 49,99 EUR ist sowohl steuer- als auch sozialversicherungspflichtig.

Hinweis

Der Endpreis ist der nachgewiesene günstigste Preis einschließlich sämtlicher Nebenkosten, zu dem eine Ware oder Dienstleistung mit vergleichbaren Bedingungen an Endverbraucher ohne individuelle Preisverhandlungen im Zeitpunkt des Zuflusses am Markt angeboten wird. Dabei sind auch Versand- und Handlingskosten in die Bewertung der Sachbezüge und die Berechnung der Freigrenze einzubeziehen. Diese Nebenkosten erhöhen den geldwerten Vorteil.

Der übliche Endpreis ist der Endverbraucherpreis. Dies ist der im allgemeinen Geschäftsverkehr von Letztverbrauchern für identische bzw. gleichartige Waren tatsächlich gezahlte günstigste Einzelhandelspreis am Markt. Liefert jedoch der Arbeitgeber die Ware in die Wohnung des Arbeitnehmers, liegt eine zusätzliche Leistung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer vor. Dieser Vorteil (Porto oder Wert der Transportleistung) ist in die Berechnung der Freigrenze von 44 EUR einzubeziehen.

Gleiches gilt auch, wenn der günstigste Einzelhandelspreis des Sachbezugs am Markt im Versand- oder Onlinehandel gefunden wird. Wird der Versand dort als eigenständige Leistung ausgewiesen und ist nicht bereits im Einzelhandelsverkaufspreis (und damit im Endpreis) enthalten, erhöht der geldwerte Vorteil aus der Lieferung bei der Berechnung der Freigrenze von 44 EUR den Warenwert.

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