Praxis-Beispiele: Praktikant / 8 Vorgeschriebenes Vorpraktikum (über 450 EUR monatlich)
 

Sachverhalt

Ein bislang privat versicherter Praktikant ist noch nicht an einer Hochschule immatrikuliert. Er leistet ein in der Studien- und Prüfungsordnung des bevorstehenden Studiengangs vorgeschriebenes Vorpraktikum ab, das er für die Einschreibung bei der Fachhochschule laut Studienordnung nachweisen muss.

Das Praktikum wird in der Zeit von 1.6. bis 30.9. ausgeübt. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 40 Stunden, das monatliche Entgelt 500 EUR. Erst ab 1.10. ist der Praktikant ein eingeschriebener Student.

Der Arbeitgeber nimmt am Ausgleichsverfahren nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz (AAG) teil.

Wie ist das vorgeschriebene Vorpraktikum sozialversicherungsrechtlich zu beurteilen?

Lösung

  • Es besteht Versicherungspflicht in der Kranken- und in der Pflegeversicherung als zur Berufsausbildung Beschäftigter, da der Praktikant gegen Arbeitsentgelt beschäftigt ist.
  • Der Praktikant unterliegt der Versicherungspflicht in der Renten- und Arbeitslosenversicherung.
  • Die Regelungen des Übergangsbereichs kommen nicht in Betracht, da der Praktikant als zur Berufsausbildung beschäftigt zu betrachten ist.
  • Es ist mit Personengruppenschlüssel 105 und Beitragsgruppenschlüssel 1111 eine Meldung an die gewählte bzw. letzte Krankenkasse zu erstatten.
  • Umlagen nach dem AAG und die Insolvenzgeldumlage sind ebenfalls dorthin zu entrichten.

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