Praxis-Beispiele: Nebenbesc... / 4 Hinzuverdienst bei ALG I
 

Sachverhalt

Ein Bezieher von Arbeitslosengeld I, gesetzlich krankenversichert, arbeitet 5 Stunden wöchentlich als Aushilfe für 9,35 EUR in der Stunde. Das monatliche Gehalt beträgt 203,36 EUR. Nach Abzug der 2 %igen Pauschalsteuer überweist der Arbeitgeber 199 EUR. Auf die Rentenversicherungspflicht hat der Arbeitslosengeldbezieher in dem Job verzichtet.

Welcher Betrag wird auf das Arbeitslosengeld I angerechnet?

Lösung

Bei der Aushilfstätigkeit handelt es sich um eine geringfügige Beschäftigung. Der Arbeitgeber trägt die Pauschalabgaben zur Sozialversicherung von 28 % (15 % RV, 13 % KV). Die Aushilfskraft übernimmt die pauschale Lohnsteuer von 2 %.

Der monatliche Freibetrag für Nebeneinkommen bei Arbeitslosengeld I beträgt 165 EUR.

 
Berechnung für die Aushilfe
Netto-Entgelt 199,29 EUR
Freibetrag (ALG I) - 165,00 EUR
Anrechnungsbetrag auf das Arbeitslosengeld 34,29 EUR

Das Netto-Nebeneinkommen übersteigt den Freibetrag um 34,29 EUR. Das Arbeitslosengeld wird um diesen Betrag gekürzt.

Der Arbeitgeber muss für die Tätigkeit folgende Beträge an die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See abführen:

 
Rentenversicherung: 15 % v. 203,36 EUR 30,50 EUR
Krankenversicherung: 13 % v. 203,36 EUR + 26,44 EUR
U1 (Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit): 0,9 % v. 203,36 EUR + 1,83 EUR
U2 (Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft): 0,19 % v. 203,36 EUR (bis 31.5.2019: 0,24 %) + 0,39 EUR
Insolvenzgeldumlage: 0,06 % v. 203,36 EUR + 0,12 EUR
Pauschale Lohnsteuer: 2 % v. 203,36 EUR + 4,07 EUR
Gesamt 63,35 EUR
Die Beitragshöhe zur gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft) ist von der Branche des Betriebs abhängig.
   
Lohnabrechnung des Arbeitgebers  
Bruttolohn 203,36 EUR
Pauschale Lohnsteuer: 2 % v. 203,36 EUR - 4,07 EUR
Nettolohn 199,29 EUR

Hinweis

Die Aushilfskraft ist verpflichtet die Nebentätigkeit umgehend der Agentur für Arbeit zu melden. Hierfür muss der Arbeitgeber eine Bescheinigung über Nebeneinkommen ausfüllen und der Aushilfe aushändigen bzw. direkt an die Agentur für Arbeit übermitteln.

Sozialversicherungsfalle

Die Nebenbeschäftigung darf allerdings einen zeitlichen Umfang von 15 Stunden wöchentlich nicht erreichen. Erreicht oder überschreitet die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit 15 Stunden, besteht kein Anspruch mehr auf Arbeitslosengeld. Bei einer Nebenbeschäftigung von 15 Stunden liegt keine Arbeitslosigkeit mehr vor.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge