Praxis-Beispiele: Nebenbesc... / 4 Hinzuverdienst bei ALG I
 

Sachverhalt

Ein Bezieher von Arbeitslosengeld I, gesetzlich krankenversichert, arbeitet 8 Stunden wöchentlich als Aushilfe für 8,84 EUR in der Stunde. Das monatliche Gehalt beträgt 307 EUR. Nach Abzug der 2 %igen Pauschalsteuer überweist der Arbeitgeber 300,86 EUR. Auf die Rentenversicherungspflicht hat der Arbeitslosengeldbezieher in dem Job verzichtet.

Welcher Betrag wird auf das Arbeitslosengeld I angerechnet?

Lösung

Bei der Aushilfstätigkeit handelt es sich um eine geringfügige Beschäftigung. Der Arbeitgeber trägt die Pauschalabgaben zur Sozialversicherung von 28 % (15 % RV, 13 % KV). Die Aushilfskraft übernimmt die pauschale Lohnsteuer von 2 %.

Der monatliche Freibetrag für Nebeneinkommen bei Arbeitslosengeld I beträgt 165 EUR.

 
Berechnung für die Aushilfe
Netto-Entgelt 300,86 EUR
Freibetrag (ALG I) - 165,00 EUR
Anrechnungsbetrag auf das Arbeitslosengeld 135,86 EUR

Das Netto-Nebeneinkommen übersteigt den Freibetrag um 135,86 EUR. Das Arbeitslosengeld wird um diesen Betrag gekürzt.

Der Arbeitgeber muss für die Tätigkeit folgende Beträge an die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See abführen:

 
Rentenversicherung: 15 % v. 307 EUR 46,05 EUR
Krankenversicherung: 13 % v. 307 EUR + 39,91 EUR
U1 (Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit): 0,9 % v. 307 EUR + 2,76 EUR
U2 (Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft): 0,19 % v. 307 EUR (bis 31.5.2019: 0,24 %) + 0,58 EUR
Insolvenzgeldumlage: 0,06 % v. 307 EUR + 0,18 EUR
Pauschale Lohnsteuer: 2 % v. 307 EUR + 6,14 EUR
Gesamt 95,62 EUR
Die Beitragshöhe zur gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft) ist von der Branche des Betriebs abhängig.
   
Lohnabrechnung des Arbeitgebers  
Bruttolohn 307,00 EUR
Pauschale Lohnsteuer: 2 % v. 307 EUR - 6,14 EUR
Nettolohn 300,86 EUR

Hinweis

Die Aushilfskraft ist verpflichtet die Nebentätigkeit umgehend der Agentur für Arbeit zu melden. Hierfür muss der Arbeitgeber eine Bescheinigung über Nebeneinkommen ausfüllen und der Aushilfe aushändigen bzw. direkt an die Agentur für Arbeit übermitteln.

Sozialversicherungsfalle

Die Nebenbeschäftigung darf allerdings einen zeitlichen Umfang von 15 Stunden wöchentlich nicht erreichen. Erreicht oder überschreitet die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit 15 Stunden, besteht kein Anspruch mehr auf Arbeitslosengeld. Bei einer Nebenbeschäftigung von 15 Stunden liegt keine Arbeitslosigkeit mehr vor.

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