Praxis-Beispiele: Nachtarbeit / 2 Steuerfreie Nachtzuschläge (Bemessungsgrundlage)
 

Sachverhalt

Ein Arbeitnehmer arbeitet wechselnd in der Frühschicht von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr bzw. in der Spätschicht von 16.00 Uhr bis 24.00 Uhr. Er hat einen Monatslohn von 1.800 EUR.

Zusätzlich zahlt ihm der Arbeitgeber monatlich einen VWL-Zuschuss von 13 EUR und monatliche Leistungszulagen. Die Leistungszulage im Januar beträgt 245,67 EUR.

Von welchem Betrag müssen die 25 % Zuschlag für die Nachtarbeit berechnet werden und wie hoch ist der Zuschlag?

Lösung

Ob Zuschläge gezahlt werden müssen, richtet sich nach den Regelungen des Tarifvertrags, der Betriebsvereinbarung oder des Arbeitsvertrags und des Arbeitszeitgesetzes (für Nachtzuschläge). Eine gesetzliche Verpflichtung zur Zahlung von Zuschlägen an Sonn- und Feiertagen gibt es nicht. Zahlt ein Unternehmen Zuschläge, bleiben diese unter bestimmten Voraussetzungen lohnsteuerfrei:

  • Die gesetzliche Nachtarbeit beginnt um 20.00 Uhr und endet um 6.00 Uhr.
  • Steuerfrei bleibt ein Zuschlag von 25 % vom Grundlohn, für die Zeit von 0.00 Uhr bis 4.00 Uhr erhöht sich dieser auf 40 %, wenn die Nachtarbeit vor 0.00 Uhr aufgenommen wurde.
  • Bemessungsgrundlage für die Zahlung der lohnsteuerfreien Sonntags-, Feiertags- und Nachtzuschläge ist der Grundlohn. Darunter ist der laufende Arbeitslohn zu verstehen: hierzu zählen neben dem Gehalt bzw. Stundenlohn auch laufend gewährte Sachbezüge, vermögenswirksame Leistungen, Erschwerniszuschläge und andere Zulagen. Nicht zum Grundlohn gehören Einmalzahlungen, Überstundenvergütungen, lohnsteuerfreie und pauschalbesteuerte Bezüge.
  • Basisgrundlohn ist der für den jeweiligen Entgeltzahlungszeitraum vereinbarte Grundlohn. Er ändert sich erst, wenn eine Lohnerhöhung oder eine Veränderung in der regelmäßigen Arbeitszeit eintritt.
  • Grundlohnzusätze sind Teile des Grundlohns, die nicht im Voraus bestimmbar sind. Sie sind mit den Beträgen in den Grundlohn einzubeziehen, die für den jeweiligen Entgeltzahlungszeitraum tatsächlich zustehen.

Zunächst wird der Basisgrundlohn ermittelt und dann die Grundlohnzusätze. Der Monatswert (Basisgrundlohn + Grundlohnzusätze) ist auf einen Stundenlohn umzurechnen. Dabei ist im Fall eines monatlichen Entgeltzahlungszeitraums die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit mit dem 4,35-fachen anzusetzen.

 
Berechnung Bemessungsgrundlage  
Monatslohn 1.800,00 EUR
Zuschuss Vermögenswirksame Leistungen monatlich + 13,00 EUR
Summe Grundlohn 1.813,00 EUR
Grundlohnzusätze (Leistungszulage Januar) + 245,67 EUR
Monatswert 2.058,67 EUR
Höchstmögliche Bemessungsgrundlage (Grundlohn)  
Stundenlohn [2.058,67 EUR / (40 Stunden x 4,35)] 11,83 EUR

Diese Berechnung ist monatlich neu durchzuführen, da der Wert der Grundlohnzusätze von Monat zu Monat schwanken kann.

Für die im Januar geleisteten Spätschichten darf ein Zuschlag von 25 % von 11,83 EUR = 2,96 EUR pro Stunde für jeweils 4 Stunden (von 20.00 Uhr bis 24.00 Uhr) = 11,84 EUR gezahlt werden.

Hinweis

Der Höchstbetrag für die Lohnsteuerfreiheit der Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge beträgt 50 EUR pro Stunde, der Höchstbetrag für die Sozialversicherungsfreiheit der Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge beträgt 25 EUR pro Stunde.

Sonn- und Feiertagszuschläge sind mit Nachtzuschlägen addierbar.

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