1 Zuschuss nach dem Mutterschutzgesetz, Berechnung bei festem Monatsgehalt

 

Sachverhalt

Eine Arbeitnehmerin hat ab dem 11.9. (Beginn der Schutzfrist nach § 3 Abs. 1 MuSchG) Anspruch auf Mutterschaftsgeld von ihrer Krankenkasse. Daneben sind die Voraussetzungen zum Bezug des Arbeitgeberzuschusses erfüllt. Die Arbeitnehmerin hat in den letzten 3 vor der Schutzfrist abgerechneten Entgeltabrechnungszeiträumen auf der Basis eines gleichbleibenden Gehalts folgende Nettoverdienste erzielt:

 
August 840 EUR
Juli 840 EUR (Fehlzeit infolge Arbeitsunfähigkeit mit Anspruch auf Entgeltfortzahlung vom 12.7. bis 18.7.)
Juni 1.240 EUR (davon 400 EUR Urlaubsgeld)

Wie hoch ist der Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld?

Ergebnis

Da die Arbeitnehmerin ein nach Monaten bemessenes Arbeitsentgelt erzielt hat, wird das Mutterschaftsgeld ermittelt, indem das Nettoentgelt der letzten 3 vor Beginn der Schutzfrist abgerechneten Kalendermonate durch 90 geteilt wird. Dabei wird für jeden Monat der Wert von 30 Tagen angerechnet, unabhängig von der tatsächlichen Anzahl der Kalendertage des Abrechnungszeitraums. Die Zeit der Arbeitsunfähigkeit spielt keine Rolle, da Entgeltfortzahlung geleistet wurde.

Maßgebend ist das monatliche Nettoentgelt, dabei bleiben Einmalzahlungen (z. B. hier das Urlaubsgeld) jedoch stets außer Acht.

 
Berechnung:  
840 EUR x 3 Monate = 2.520 EUR
2.520 EUR : 90 Tage = 28 EUR kalendertäglich

Das Mutterschaftsgeld der Krankenkasse ist auf 13 EUR täglich begrenzt. Kalendertäglich erzielt die Arbeitnehmerin aber 28 EUR. Der Arbeitgeberzuschuss beträgt daher 15 EUR (28 EUR–13 EUR) kalendertäglich, beginnend am 11.9. bis zum Ende der Schutzfrist dieser Arbeitnehmerin.

2 Zuschuss nach dem Mutterschutzgesetz, Berechnung bei schwankendem Monatsgehalt

 

Sachverhalt

Eine Arbeitnehmerin hat ab 11.9. (Beginn der Schutzfrist nach § 3 Abs. 1 MuSchG) Anspruch auf Mutterschaftsgeld von ihrer Krankenkasse. Daneben sind die Voraussetzungen zum Bezug des Arbeitgeberzuschusses erfüllt.

Sie hat in den letzten 3 vor der Schutzfrist abgerechneten Lohnabrechnungszeiträumen auf der Basis von Akkordarbeit folgende Nettoverdienste erzielt:

 
August 1.238 EUR
Juli 958 EUR (Fehlzeit wegen unbezahltem Urlaub vom 20. bis 24.7.)
Juni 1.893 EUR (davon 458 EUR Urlaubsgeld)

Wie hoch ist der Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld?

Ergebnis

Bei dieser Arbeitnehmerin sind die tatsächlichen Kalendertage maßgebend, da ihr Entgelt nicht nach Monaten, sondern nach geleisteter Stückzahl (Akkordlohn) bemessen ist:

 
Monat Anrechenbare Tage Nettoentgelt Anmerkungen
Juni 30 1.435 EUR Einmalzahlungen bleiben stets außer Betracht
Juli 26 958 EUR Fehlzeit wegen unbezahltem Urlaub von 20. bis 24.7. wird bei Berechnung herausgenommen (d. h. die anrechenbaren Tage werden entsprechend reduziert)
August 31 1.238 EUR  
Gesamt 87 3.631 EUR  

Berechnung: 3.631 EUR : 87 Tage = gerundet 41,74 EUR kalendertäglich

Da das Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse auf 13 EUR täglich begrenzt ist, beträgt der Arbeitgeberzuschuss 28,74 EUR (41,74 EUR – 13 EUR) kalendertäglich, zu zahlen vom 11.9. bis zum Ende der Schutzfrist.

3 Zuschuss nach dem Mutterschutzgesetz, Entgelterhöhung im Referenzzeitraum

 

Sachverhalt

Im Unternehmen beginnt die Schutzfrist nach § 3 Abs. 1 MuSchG für eine Arbeitnehmerin am 11.9.. Sie hat Anspruch auf Mutterschaftsgeld von ihrer Krankenkasse. Daneben sind die Voraussetzungen zum Bezug des Arbeitgeberzuschusses erfüllt.

Der Referenzzeitraum für die Berechnung des Mutterschaftsgeldes lautet 1.6. bis 31.8.. Die Arbeitnehmerin erhält zum 1.8. eine Gehaltserhöhung. Sie hat in den 3 Monaten folgende Nettoverdienste erzielt:

 
Juni 1.200 EUR
Juli 1.245 EUR
August 1.245 EUR
Gesamt 3.690 EUR

Welche Auswirkungen hat diese Entgeltänderung auf das Mutterschaftsgeld und den Arbeitgeberzuschuss?

Ergebnis

Bei dieser Arbeitnehmerin fällt die Entgelterhöhung in den Referenzzeitraum. Für die Berechnung fließt jedoch ausschließlich das erhöhte Arbeitsentgelt in die Berechnung des Mutterschaftsgeldes ein. Für Juni fließt daher nicht mehr das alte Nettoarbeitsentgelt in die Berechnung ein, sondern für die Monate Juni bis August wird bereits das erhöhte Arbeitsentgelt berücksichtigt.

Für die Berechnung des (sozialversicherungsrechtlichen) Mutterschaftsgeldes werden daher nicht ausschließlich vergangenheitsbezogene Werte aus dem 3-monatigen Bemessungszeitraum herangezogen.

Berechnung: 3.735 EUR : 90 Tage = 41,50 EUR kalendertäglich. Die Arbeitnehmerin erhält von ihrer Krankenkasse das auf 13 EUR kalendertäglich begrenzte Mutterschaftsgeld.

Auch hinsichtlich des Zuschusses zum Mutterschaftsgeld ist die geänderte Arbeitsentgelthöhe bei der Ermittlung des durchschnittlichen Arbeitsentgelts für den gesamten Berechnungszeitraum zugrunde zu legen. Voraussetzung dafür ist, dass die Änderung während des Berechnungszeitraums wirksam wird.[1] Der Zuschuss zum Mutterschaftsgeld errechnet sich daher allein aus dem erhöhten Arbeitsentgelt.

Berechnung: Als Zuschuss zum Mutterschaftsgeld hat der Arbeitgeber ab 11.9. kalendertäglich (41,50 EUR–13 EUR =) 28,50 EUR zu zahlen.

4 Zuschuss nach dem Mutterschutzgesetz, Entgelterhöhung vor Beginn der Schutzfrist, aber außerhalb des Referenzzeitraums

 

Sachverhalt

Im Unternehmen beginnt die Schutzfrist nach § 3 Abs. 1 MuSchG für eine Arbeitnehmerin am 11.9.. Sie hat Anspruch auf Mutterscha...

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