Praxis-Beispiele: Muttersch... / 9 Zuschuss nach dem Mutterschutzgesetz (zusätzlicher freiwilliger Arbeitgeberzuschuss)
 

Sachverhalt

Eine Arbeitnehmerin bezieht ein Bruttoarbeitsentgelt von 1.800 EUR monatlich, daraus ergibt sich ein Vergleichs-Nettoarbeitsentgelt in Höhe von 1.286 EUR monatlich. Die Berechnung erfolgt mit gerundeten EUR-Werten.

Ab 15.4.2020 bezieht sie Mutterschaftsgeld in Höhe von 390 EUR (gesetzlicher Höchstbetrag) monatlich sowie Brutto-Zahlungen vom Arbeitgeber von insgesamt 1.200 EUR monatlich. Es handelt sich hierbei um folgende Zahlungen:

  • Gesetzlicher Arbeitgeberzuschuss in Höhe von 896 EUR monatlich (beitragsfreie Einnahme) nach § 20 Abs. 1 MuSchG (Differenz zwischen Mutterschaftsgeld und Nettoentgelt).
  • Zusätzlicher freiwilliger Zuschuss zum Mutterschaftsgeld von 304 EUR monatlich.

Ist der zusätzliche freiwillige Zuschuss eine beitragspflichtige Einnahme?

Lösung

 
Vergleichs-Nettoarbeitsentgelt 1.286 EUR
Mutterschaftsgeld 390 EUR
Zzgl. Brutto-Zahlungen des Arbeitgebers + 1.200 EUR
Gesamt 1.590 EUR
Abzgl. Sozialversicherungs-Freibetrag - 1.286 EUR
Differenz 304 EUR

Die weitere Brutto-Zahlung des Arbeitgebers von monatlich 304 EUR überschreitet die SV-Freigrenze in Höhe von 50 EUR. Daher sind 304 EUR in voller Höhe beitragspflichtig.

Das Vergleichs-Nettoarbeitsentgelt – verringert um das Mutterschaftsgeld – ergibt zwangsläufig den Zuschuss zum Mutterschaftsgeld nach dem Mutterschutzgesetz. Der Sozialversicherungs-Freibetrag wird durch den Zuschuss nach § 20 Abs. 1 MuSchG, der von vornherein als Arbeitsentgelt ausgeschlossen wird, aufgebraucht. Daher sind entsprechende Zahlungen oberhalb von 50 EUR immer in voller Höhe beitragspflichtig. Außerdem mindern sie die Mutterschaftsgeldzahlung durch die Krankenkasse in entsprechender Höhe. Zusätzliche Zahlungen des Arbeitgebers bis zur Höhe von 390 EUR erhöhen daher das Einkommen der Arbeitnehmerin nicht. Der Krankenkasse ist vom Arbeitgeber die Höhe der beitragspflichtigen Einnahmen im Datenaustausch für Entgeltersatzleistungen zu übermitteln.

Hinweis: Hierbei handelt es sich um ein praktisch eher weniger relevantes Beispiel, durch das verdeutlicht werden soll, dass es auch im Zusammenhang mit Mutterschaftsgeld die Möglichkeit von beitragspflichtigem Arbeitsentgelt gibt.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge