Praxis-Beispiele: Muttersch... / 12 Zuschuss nach dem Mutterschutzgesetz (Mehrfachbeschäftigung)
 

Sachverhalt

Eine Arbeitnehmerin ist seit Jahren bei Arbeitgeber A und B beschäftigt. Ihre Schutzfrist beginnt am 10.10.2020. Bei Arbeitgeber A erhält sie ein monatlich gleichbleibendes Nettoarbeitsentgelt in Höhe von 600 EUR. Bei Arbeitgeber B beträgt das monatlich gleichbleibende Nettoarbeitsentgelt 900 EUR.

Lösung

Bestehen zu Beginn der Schutzfrist vor der Entbindung mehrere Arbeitsverhältnisse, so ist der Anspruch auf Mutterschaftsgeld grundsätzlich aus jedem Arbeitsverhältnis heraus für sich zu beurteilen. Bei der Ermittlung des Mutterschaftsgeldes sind die aus jedem Arbeitsverhältnis zu ermittelnden kalendertäglichen durchschnittlichen Beträge zu addieren. Dies gilt selbst dann, wenn ein oder mehrere Arbeitsverhältnisse krankenversicherungsfrei sind.

Übersteigt das aus mehreren Arbeitsverhältnissen insgesamt bezogene kalendertägliche Nettoarbeitsentgelt 13 EUR, hat jeder Arbeitgeber einen Zuschuss zum Mutterschaftsgeld zu leisten. Dieser errechnet sich aus dem Verhältnis der einzelnen im Durchschnitt ermittelten Nettoarbeitsentgelte zum gesamten Nettoarbeitsentgelt. Hierzu errechnet die Krankenkasse das anteilige Mutterschaftsgeld und meldet dieses dem jeweiligen Arbeitgeber.

 
Berechnung  
   
Arbeitgeber A  
600 EUR x 3 Monate 1.800 EUR
1.800 EUR : 90 = 20 EUR kalendertäglich
   
Arbeitgeber B  
900 EUR x 3 Monate 2.700 EUR
2.700 EUR : 90 = 30 EUR kalendertäglich
   
Gesamtnettoarbeitsentgelt 50 EUR
Anspruch auf Mutterschaftsgeld 13 EUR
Gesamtzuschuss 37 EUR
   
Formel:  
Mutterschaftsgeld x Arbeitsentgelt aus jeweiliger Beschäftigung = anteiliges
Gesamtnettoarbeitsentgelt Mutterschaftsgeld
   
13 EUR x 20 EUR = 5,20 EUR (anteiliges Mutterschaftsgeld AG A)
50 EUR  
   
13 EUR x 30 EUR = 7,80 EUR (anteiliges Mutterschaftsgeld AG B)
50 EUR  
   
Zuschuss zum Mutterschaftsgeld  
Arbeitgeber A: 20 EUR – 5,20 EUR = 14,80 EUR  
Arbeitgeber B: 30 EUR – 7,80 EUR = 22,20 EUR  
   

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