Praxis-Beispiele: Lohnsteue... / 1 Gesellschafter-Geschäftsführer
 

Sachverhalt

Für einen leitenden Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH soll die Gehaltsabrechnung für Januar 2019 durchführt werden. Der Geschäftsführer erhält ein monatliches Gehalt von 10.000 EUR. Zusätzlich werden monatlich 1.000 EUR in eine Direktversicherung eingezahlt. Die Voraussetzungen für eine Inanspruchnahme der Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 63 EStG sind erfüllt. Weitere Leistungen zur betrieblichen Altersversorgung erhält der Geschäftsführer nicht. Mit seinem Gesellschaftsanteil von 51 % beherrscht er die Firma.

Nach welcher Lohnsteuertabelle bzw. nach welchem Lohnsteuertarif ist der Lohnsteuerabzug vorzunehmen und wie hoch ist das zu versteuernde Einkommen für Januar (Steuerklasse III)?

Lösung

Der Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH ist Arbeitnehmer im Sinne des Lohnsteuerrechts. Die von ihm bezogenen Vergütungen sind steuerpflichtiger Arbeitslohn.

Ein Beschäftigungsverhältnis zu der GmbH liegt sozialversicherungsrechtlich jedoch nicht vor, wenn der Gesellschafter-Geschäftsführer einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann. Dies ist hier bei einem Anteil von 51 % der Fall. Deshalb sind für den Geschäftsführer keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zu entrichten.

Die Beiträge für die betriebliche Altersversorgung des Geschäftsführers in Form einer Direktversicherung bleiben bis zu 8 % der Beitragsbemessungsgrenze West in der Rentenversicherung steuerfrei. In diesem Fall sind daher 536 EUR (8 % von 6.700 EUR) steuerfrei, die übrigen 464 EUR sowie der reguläre Arbeitslohn sind lohnsteuerpflichtig.

  • Insgesamt ergibt sich damit für Januar ein steuerpflichtiger Arbeitslohn von 10.464 EUR.
  • Der Geschäftsführer ist nach der besonderen Lohnsteuertabelle zu besteuern, weil ihm eine betriebliche Altersversorgung zugesagt worden ist und er nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegt.

Die Lohnsteuer nach der besonderen Lohnsteuertabelle ist höher als die Lohnsteuer nach der allgemeinen Lohnsteuertabelle. Das liegt daran, dass der Geschäftsführer nur eine geringere Pauschale für seine Vorsorgeaufwendungen erhält, die in den jeweiligen Lohnsteuertarif eingearbeitet ist. Dies ist insoweit gerechtfertigt, weil er keine Arbeitnehmerbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung entrichten muss.

Achtung

Für Beiträge in die betriebliche Altersversorgung beträgt die Grenze für die Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung – anders als bei der Steuer – lediglich 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung West (Höchstbetrag 2019: 3.216 EUR).

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