Praxis-Beispiele: Kurzarbei... / 5 Kompletter Arbeitsausfall (Arbeitnehmer ledig, kein Kind)
 

Sachverhalt

Ein Angestellter in einer Möbelfirma, Steuerklasse I, keine Kinder, hat im Mai 2021 wegen Kurzarbeit nicht gearbeitet (kompletter Arbeitsausfall). Bei Vollarbeit hätte er ein Bruttoentgelt von 3.275 EUR erzielt.

Wie werden das Kurzarbeitergeld und die Beiträge zur Sozialversicherung berechnet?

Lösung

Das Kurzarbeitergeld errechnet sich nach einem Leistungssatz von 60 %. Der Leistungsbetrag ergibt sich nach der Tabelle der BA als Differenzbetrag zwischen den maßgeblichen rechnerischen Leistungssätzen des pauschalierten monatlichen Sollentgelts und des pauschalierten monatlichen Istentgelts.

 
Gerundetes Sollentgelt 3.280,00 EUR  
Rechnerischer Leistungssatz aus dem Sollentgelt   1.294,75 EUR
Gerundetes Istentgelt 0,00 EUR  
Rechnerischer Leistungssatz aus dem Istentgelt   0,00 EUR
Differenz der rechnerischen Leistungssätze = Kurzarbeitergeld   1.294,75 EUR

Hinweis: Das Kurzarbeitergeld ist steuerfrei. Es unterliegt als Entgeltersatzleistung aber dem steuerlichen Progressionsvorbehalt, d. h. es wird als Einkommen bei der Ermittlung des Steuersatzes berücksichtigt.

Berechnung der Beiträge zur Sozialversicherung:

Aus dem Kurzarbeitergeld sind Beiträge zur Krankenversicherung (einschließlich des Zusatzbeitrags), zur Pflegeversicherung und zur Rentenversicherung zu entrichten, nicht jedoch zur Arbeitslosenversicherung. Als beitragspflichtige Einnahme ist ein fiktives Entgelt in Höhe von 80 % des ungerundeten Sollentgelts zugrunde zu legen. Die SV-Beiträge sind allein vom Arbeitgeber zu tragen.

 
Abrechnungsmonat Mai 2021
Brutto-Sollentgelt 3.275 EUR
Abzgl. Brutto-Istentgelt - 0 EUR
Differenz 3.275 EUR
Fiktives Entgelt für Beitragsberechnung Kurzarbeitergeld (3.275 x 80 %) 2.620 EUR
 
Beitragspflichtige Einnahmen
  KV / PV RV ALV
SV Entgelt 0 EUR 0 EUR 0 EUR
SV Fiktives Entgelt 2.620 EUR 2.620 EUR 0 EUR
SV Gesamt 2.620 EUR 2.620 EUR 0 EUR

Hinweis

Im Fall einer späteren Arbeitslosigkeit entstehen dem Arbeitnehmer keine Nachteile. Trotz des völligen Arbeitsausfalls wird der Monat Mai 2021 als Versicherungszeit für die Erfüllung der Anwartschaftszeit des Arbeitslosengeldes berücksichtigt. Nachteile sind auch bei der Bemessung des Arbeitslosengeldes ausgeschlossen. Soweit Zeiten der Kurzarbeit in die Arbeitslosengeldberechnung einfließen, ist für diese Zeiten – unabhängig von der Höhe der Beiträge – das Bruttoentgelt zugrunde zu legen, das der Arbeitnehmer ohne die Kurzarbeit erzielt hätte.

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