Praxis-Beispiele: Einmalzah... / 4 Märzklausel
 

Sachverhalt

In einem Handelsunternehmen (alte Bundesländer) ist es üblich, im Monat Februar die Jahresprovision für das vergangene Jahr auszuzahlen.

Eine Mitarbeiterin hat ein Gehalt von 3.500 EUR. Sie erhält im Februar 2019 eine Jahresprovision in Höhe von 5.000 EUR.

Ihr Jahresbruttoentgelt im Jahr 2018 betrug 50.000 EUR.

Welchem Zeitraum ist die Einmalzahlung zuzuordnen und in welcher Höhe ist sie beitragspflichtig zur Sozialversicherung?

Lösung

Die Jahresprovision ist im Februar 2019 als sonstiger Bezug nach der Jahrestabelle zu versteuern. Im Steuerrecht gilt das Zuflussprinzip: Die Lohnsteuer fällt in dem Jahr an, in dem die Zahlung erfolgt.

Die Anwendung der Märzklausel ist zu prüfen. Dazu ist die anteilige Jahresbeitragsbemessungsgrenze (JBBG) per 28.2.2019 sowohl in der Kranken- und Pflegeversicherung als auch in der Renten- und Arbeitslosenversicherung dem beitragsrechtlichen Entgelt per 28.2.2019 gegenüberzustellen:

 
Anteilige JBBG Kranken- und Pflegeversicherung 2019 (4.537,50 EUR × 2 Monate)   9.075 EUR
Gehalt Januar 2019 3.500 EUR  
Gehalt Februar 2019 + 3.500 EUR  
Entgelt per 28.2.2019   - 7.000 EUR
Differenz   2.075 EUR
Jahresprovision   5.000 EUR

Die gesamte Einmalzahlung muss dem Vorjahr (Anwendung der Märzklausel) zugeordnet werden, auch in der Renten- und Arbeitslosenversicherung.

 
Kranken- und Pflegeversicherung
JBBG Kranken- und Pflegeversicherung 2018 53.100 EUR
Beitragspflichtiges Arbeitsentgelt 2018 50.000 EUR
Differenz 3.100 EUR
Einmalzahlung aus Februar 2019 5.000 EUR
   
Die Einmalzahlung aus Februar 2019 in Höhe von 5.000 EUR ist in Höhe von 3.100 EUR beitragspflichtig zur Kranken- und Pflegeversicherung (3.100 EUR < 5.000 EUR). 3.100 EUR
 
Renten- und Arbeitslosenversicherung
JBBG Renten- und Arbeitslosenversicherung 2018 78.000 EUR
Beitragspflichtiges Arbeitsentgelt 2018 - 50.000 EUR
Differenz 28.000 EUR
Die gesamte Einmalzahlung aus Februar 2019 in Höhe von 5.000 EUR ist beitragspflichtig zur Renten- und Arbeitslosenversicherung (5.000 EUR < 28.000 EUR).

Hinweis

Bei krankenversicherungspflichtigen Arbeitnehmern ist bei der Beurteilung der Märzklausel für jeden Versicherungszweig auf die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung abzustellen. Bei krankenversicherungsfreien (freiwillig oder privat versicherten) Arbeitnehmern ist nur die Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung anzuwenden.

Praxis-Tipp

Wurde die Jahresprovision im Entgeltabrechnungsprogramm als Einmalzahlung gekennzeichnet, wird die Prüfung der Märzklausel automatisch durchgeführt.

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