Praxis-Beispiele: Auslagene... / 11 Werkzeuggeld
 

Sachverhalt

Ein Schreinergeselle beschafft sich sein Werkzeug selbst. Er erhält vom Arbeitgeber nach Vorlage der Kaufbelege bis zu 400 EUR pro Jahr als Werkzeuggeld erstattet.

Wie ist die Erstattung steuer- und sozialversicherungsrechtlich zu behandeln?

Lösung

Da der Arbeitnehmer sein berufliches Werkzeug selbst beschafft, liegen bei ihm Werbungskosten vor. Er kann diese Kosten im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung absetzen. Damit wäre ein steuerfreier Ersatz durch den Arbeitgeber eigentlich nicht möglich, da ein Werbungskostenersatz steuerfrei nur möglich ist, wenn er ausdrücklich gesetzlich geregelt ist.

§ 3 Nr. 30 EStG sieht jedoch eine Steuerbefreiung für das Werkzeuggeld vor, sodass die vom Arbeitgeber erstatteten Beträge steuer- und beitragsfrei bleiben.

Hinweis

Werbungskosten des Arbeitnehmers kann der Arbeitgeber grundsätzlich nicht steuerfrei ersetzen, es sei denn, das Einkommensteuergesetz sieht hierfür eine Steuerbefreiung vor. Derzeit gibt es 7 Fälle, in denen der Arbeitgeber Werbungskosten des Arbeitnehmers steuerfrei ersetzen kann:

  1. Aufwandsentschädigungen aus öffentlichen Kassen,
  2. Ersatz von Reisekosten aus öffentlichen Kassen (z. B. Bund, Länder, Kommunen),
  3. Ersatz von Reisekosten durch private Arbeitgeber,
  4. Übungsleiterpauschalen für nebenberufliche Tätigkeiten, z. B. als Trainer, sowie die Ehrenamtspauschale.
  5. Werkzeuggeld,
  6. Überlassung typischer Berufskleidung,
  7. durchlaufende Gelder, Auslagenersatz.

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