Praxis-Beispiele: Annehmlic... / 3 Tank-/Warengutschein
 

Sachverhalt

Ein Arbeitgeber möchte seinen Mitarbeitern anstelle einer Prämie monatlich einen Tankgutschein zur Verfügung zu stellen.

Wie muss der Gutschein ausgestellt sein, damit er für den Mitarbeiter keinen lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtigen Arbeitslohn darstellt?

Lösung

Sachbezüge bis zu einer Freigrenze von 44 EUR monatlich, die nicht in Geld bestehen, bleiben lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Der Arbeitgeber darf dem Arbeitnehmer einen Gutschein mit einem ausgewiesenen Geldbetrag zum Erwerb einer Sachleistung beim Aussteller des Gutscheins oder einem begrenzten Kreis von Akzeptanzstellen überlassen.

Es bestehen folgende Möglichkeiten:

  • Der Arbeitgeber händigt dem Arbeitnehmer einen Gutschein über höchstens 44 EUR aus. Die Tankstelle rechnet anschließend mit dem Arbeitgeber ab.
  • Der Arbeitgeber überlässt dem Arbeitnehmer eine Tankkarte; mit dieser darf der Arbeitnehmer bei einer bestimmten Tankstelle für monatlich höchstens 44 EUR tanken.
  • Die Gutscheine können natürlich auch zum Erwerb von anderen Waren ausgegeben werden. Der Arbeitgeber kann Gutscheine im Einzelhandel für maximal 44 EUR erwerben und an die Arbeitnehmer ausgeben.
  • Der Arbeitgeber kann den Arbeitnehmern monatlich mit max. 44 EUR aufladbare Gutscheinkarten als Closed-Loop-Karten für konkrete Einzelhandelsgeschäfte oder Controlled-Loop-Karten (z. B. Centergutscheine für einen begrenzten Kreis von Akzeptanzpartnern) überlassen.

Achtung

Seit dem 1.1.2020 gilt zudem eine neue gesetzliche Definition für die Behandlung von Gutscheinen als Sachbezug. Danach zählen – abweichend von der Regelung bis 2019 – zu den Geldleistungen auch nachträgliche Kostenerstattungen, zweckgebundene Geldleistungen, Geldsurrogate und andere Vorteile, die auf einen Geldbetrag lauten. Gutscheine und Geldkarten gelten ab 2020 nur noch als Sachbezug, wenn

  1. ausschließlich ein Waren- und Dienstleistungsbezug möglich ist,
  2. die Kriterien des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes erfüllt sind ("keine Zahlungsdienste") und
  3. das sog. Zusätzlichkeitserfordernis erfüllt ist.

Praxis-Tipp

Der Arbeitgeber sollte bei der Ausgabe von Gutscheinen weiterhin darauf achten, dass diese auf jeden Fall monatlich ausgegeben werden. Es sollte außerdem darauf geachtet werden, ob der Arbeitnehmer weitere Sachbezüge vom Arbeitgeber erhält, z. B. ein zinsbegünstigtes Darlehen. Bei der 44-EUR-Grenze handelt es sich um eine monatliche Freigrenze, die insgesamt pro Arbeitnehmer nicht überschritten werden darf.

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