Praxis-Beispiel: Individuel... / 2 Welche Herausforderungen hat Hearsay Systems?

Im Kontext des unternehmerischen Alltags stellt die tatsächliche Umsetzung von Leistungsbeurteilungen durch die eigenen Kollegen wohl die größte Herausforderung dar. Viele Firmen führen solche Beurteilungsprozesse ein, ohne ein klares Verständnis davon zu haben, welche konkreten Informationen sie sich davon erhoffen. In einem ersten Schritt gilt es also, diese Parameter (z. B. bestimmte soziale Kompetenzen) zu definieren. Auch sollte klar kommuniziert werden, dass Feedback einzelner Kollegen nicht ausschlaggebend für negative Konsequenzen ist. Denn stichprobenartige Untersuchungen haben seit Einführung des Feedbacksystems gezeigt, dass Beurteilungen, bei denen von direkten Auswirkungen ausgegangen wird, im Schnitt mit einer Punktzahl von 4 von 5 Punkten und damit überaus positiv bewertet werden – die Mitarbeiter möchten folglich nicht für potenzielle Lohnkürzungen oder ähnliches von Kollegen verantwortlich sein. Die Angst vor negativen Konsequenzen stellt demnach häufig eine Hürde dar, die entsprechend adressiert werden muss. Gerade in kompetitivem Umfeld können Manipulationen – in positive wie auch in negative Richtung – einen Stolperstein darstellen. Für eine erfolgreiche Implementierung von Leistungsbeurteilungen durch Kollegen ist daher eine unterstützende, offene Kultur erforderlich, in der sich Mitarbeiter mit der Äußerung zu und Bewertungen ihrer Kollegen wohlfühlen und sich eine realistische und faire Einschätzung zutrauen. Dies kann am besten dadurch erreicht werden, dass ein solches Bewertungssystem nicht abrupt, sondern langsam eingeführt wird und Raum für Eingewöhnung bietet. Selbst Hearsay Systems mit seinen knapp 100 Mitarbeitern hat dazu einen 5-Jahresplan entwickelt, um das Feedback auf Kollegenebene organisch in das Leistungsbeurteilungssystem zu integrieren.

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