Praxis-Beispiel: Erlebnisse... / 3.6 Phase 6: Das Heute und der Blick in die Zukunft (seit Oktober 2016)

Nach den vielen Erfahrungen, Strategie- und auch Führungswechseln ist unser Ziel klar – die Erwartungen an die Organisation und jeden einzelnen Mitarbeiter sind kommuniziert. Die Produktvision für unsere Portale und auch die technologische Vision sind bekannt und werden von allen verfolgt. Die Prozesse stellt keiner mehr infrage.

Nach dem langen, steinigen, aber lehrreichen Weg steigt die Motivation der Mitarbeiter und wir können uns mehr mit dem Was und Wie für unsere Kunden beschäftigen, als mit uns selbst. Als Führungskräfte haben wir ein gemeinsames Verständnis zum agilen Arbeiten und wir unterstützen die Teams tagtäglich und schaffen die erforderlichen Rahmen, damit unser gesamter Prozess, von der Idee bis zum Kunden, schneller wird.

Es war Zeit für uns, nach mehreren Monaten einmal wieder eine eNPS-Umfrage zu starten, deren Ergebnis bestätigte, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen. Nun spielen wir mit dem Gedanken, auch das Stimmungsbarometer wieder aus der "Mottenkiste" zu holen. Zum einen um herauszufinden, wie sich das, was wir in die Wege geleitet haben, auf die Stimmung auswirkt und zum anderen auch, weil wir jetzt ein anderes Erwartungsmanagement betreiben und zudem davon überzeugt sind, mittlerweile ganz andere Einflussmöglichkeiten zu haben. Oder anders ausgedrückt: Wir glauben, dass wir kulturell gereift sind.

In regelmäßigen Abständen ziehen wir uns für ein bis 2 Tage aus dem Tagesgeschäft heraus und identifizieren Schwachstellen und Optimierungspotenziale in unserer Zusammenarbeit sowie den Prozessen und definieren Maßnahmen, wie wir Impulse in der Organisation setzen können. Daraus sind in den letzten Wochen und Monaten eine Vielzahl von neuen Artefakten entstanden, die uns helfen, schneller und besser zu werden.

 
Praxis-Tipp

Need4Speed

Mit Need4Speed haben wir ein Format etabliert, das Teams und einzelnen Personen ermöglichen soll, weitere Impulse zum Finden von schnellen und einfachen Lösungen zu erhalten. Die Grundidee ist "Kollegiale Fallberatung", auch Intervision, genannt. Die Methode, die wir verwenden, ist aus Liberating Structures[2].

Dabei stellt das Team seinen aktuellen Stand, die bisher betrachteten Lösungen und ihre Einschätzung einer Runde von Kollegen vor. Diese stellen nach einer kurzen Erklärung Verständnisfragen und diskutieren dann in kleinen Gruppen weitere Lösungsmöglichkeiten, die sie am Ende dem "gastgebenden" Team als Ideen mitgeben.

 
Praxis-Beispiel

Pattern für "Minimal viable Products" (MVP)

Fake it till you make it

Dies ist ein Ansatz angelehnt an den Login Button von Eric Ries aus dem Buch "Lean Startup"[3]. Eine Funktion wird z. B. durch einen Button "angeboten", allerdings liegt dahinter keine Funktionalität, sondern ausschließlich ein Tracking. Der Vorteil ist: Es gibt kaum ein Investment in die Entwicklung, dafür aber ein echtes Kundenfeedback – was im ersten Schritt hilft, einzuschätzen, wie wichtig ein solches Feature für den Kunden ist.

The golden Banner

Die nächste Evolutionsstufe zu "Fake it till you make it" ist die Integration eines Banners bzw. eines Texthinweises auf ein entsprechendes Angebot – bei uns z. B. die Nutzung des Service Centers zum Bearbeiten der Kundenwünsche. Ergänzend zum Bedarf des Kunden können hier tatsächlich Umsätze generiert werden. Im Beratungsgespräch können zudem die unterschiedlichen Anforderungen des Kunden festgehalten werden.

Wizard of Oz

Bei diesem Lösungsweg steht hinter den Funktionen für den Kunden noch keine 100%ige technische Lösung. Ein Teil der Prozesse wird unbemerkt für den Kunden manuell bearbeitet. Hier ist der große Vorteil die schnellere Livestellung vor Kunde.

Best Hack of the World

Bei diesem Pattern kratzt man ein klein wenig an der Ehre guter Entwickler, will man hier doch möglichst einfach und schnell eine Funktion für Kunden live stellen. Dabei sind die üblichen Ansprüche an eine pfleg- und hochverfügbare sowie dynamische und skalierbare Lösung weniger wichtig als eine schnelle Umsetzung.

Guinea Pig

Hierbei suchen wir nach einer Nische, in der das Feature ausgerollt werden kann, z. B. nur für einen Teil der Kunden, für eine bestimmte Zielgruppe oder ein bestimmtes Kundenproblem. Wir reduzieren dadurch die Komplexität.

[3] Eric Ries, Lean Startup – Schnell, risikolos und erfolgreich Unternehmen gründen, Redline Verlag, 2012.

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