Personalgewinnung professio... / 7.7.2 Arbeitnehmerüberlassung

Arbeitnehmerüberlassung bedeutet, dass ein Unternehmen (Verleiher) einen Mitarbeiter (Leiharbeitnehmer) einem anderen Unternehmen (Entleiher) in der Form zur Arbeitsleistung überlässt, dass der Mitarbeiter in die Arbeitsorganisation des Entleihers eingegliedert wird und seinen Weisungen unterliegt. Das Gesetz zur gewerbsmäßigen Arbeitnehmerüberlassung trat am 12.10.1972 in Kraft. Es regelt alle wichtigen Punkte. Die Kontrolle und Überwachung unterliegt den einzelnen Landesarbeitsämtern. Die Arbeitnehmerüberlassung hat eine sozialpolitische Zielsetzung. Es ist als Schutzgesetz der Arbeitnehmer erlassen worden, um die in der Zeitarbeitsbranche aufgetretenen Verstöße gegen das Sozialversicherungs- und Arbeitsrecht zu unterbinden. Arbeitgeber, die Arbeitnehmer im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit zur Arbeitsleistung überlassen, bedürfen der Erlaubnis. Bei massiven Verstößen gegen die Arbeitnehmerüberlassung kann diese Lizenz auch wieder entzogen werden.

Zum 1.4.2017 sind gravierende Änderungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes in Kraft getreten. Klargestellt ist nun, dass die mittels Arbeitnehmerüberlassung überlassenen Mitarbeiter Arbeitnehmer des Verleihers sein müssen. Ständiger Arbeitgeber des Leiharbeitnehmers ist also immer das Zeitarbeitsunternehmen und nicht etwa das entleihende Unternehmen, bei dem der Mitarbeiter dann tatsächlich befristet tätig wird. Zeitarbeitsunternehmen dürfen ihrerseits nicht Mitarbeiter von anderen Unternehmen leihen oder freie Mitarbeiter beschäftigen, um diese weiter zu verleihen. Für die Zeit der Überlassung hat das Zeitarbeitsunternehmen dem Leiharbeitnehmer die für einen vergleichbaren Arbeitnehmer des Entleihers geltenden wesentlichen Arbeitsbedingungen einschließlich des Entgelts zu gewähren (Gleichstellungsgrundsatz). Ein Tarifvertrag kann hiervon zwar zulasten des Leiharbeitnehmers abweichen, im Grundsatz allerdings nur während der ersten neun Monate des Einsatzes in demselben Entleiherbetrieb. Während Großunternehmen in Deutschland regelmäßig Zeitarbeit als strategisches Instrument der Personalpolitik nutzen, sind mittelständische und vor allem Kleinbetriebe hierbei noch zurückhaltend. Zeitarbeit gibt den Unternehmen die Möglichkeit, kurzfristig Arbeitskräfte zu gewinnen, ohne dass die eigene Belegschaft erhöht werden muss.

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