Personalgewinnung professio... / 6 Interne Besetzung

Unternehmen, die ihren Mitarbeitern Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen, tragen viel zur Mitarbeiterbindung und damit auch zur Mitarbeiterzufriedenheit bei. Aus diesem Grund sollten Sie bei zu besetzenden Stellen nicht nur extern suchen, sondern diese auch auf alle Fälle vorher intern ausschreiben. Dies fördert die Mitarbeiterbindung im Unternehmen und kann bei einer internen Besetzung hohe Personalgewinnungskosten einsparen. Die interne Stellenbesetzung betrifft eher die Frage, inwieweit eigene Mitarbeiter im Vorfeld qualifiziert und gefördert werden, damit interne Besetzungen überhaupt möglich werden. Auch muss den Mitarbeitern bekannt sein, dass interne Besetzungen gewünscht sind und objektiv geprüft werden.

Arbeitshilfen: Interne Stellenausschreibung

Die interne Nachfolgeplanung und Personalsuche ist umso leichter, je umfangreicher und differenzierter das Wissen im Unternehmen über die Kenntnisse, Kompetenzen und Fähigkeiten der Mitarbeiter ist und je mehr die Entwicklungs- und Veränderungswünsche der Mitarbeiter bekannt sind. Personalentwicklungsinstrumente wie Potenzialerkennung, Mitarbeitergespräche, Mitarbeiterbeurteilungen und Zielvereinbarungsgespräche können genutzt werden, um das Wissen über die Potenziale und Bedürfnisse der Mitarbeiter auf dem aktuellen Stand zu halten.

 

Hinweis

AGG beachten

Auch die Auswahl interner Kandidaten zur Versetzung, Beförderung etc. hat diskriminierungsfrei zu erfolgen.

6.1 Beförderung und Versetzung

Die Beförderung oder Versetzung von Mitarbeitern in eine neue Position im Unternehmen ist eine sinnvolle Gewinnungsmaßnahme. Aus diesem Grund sollte im Rahmen von neu zu besetzenden Stellen immer im Vorfeld die Abstimmung mit der Personalentwicklung erfolgen, um ggf. einen optimalen Kandidaten aus dem eigenen Unternehmen für die Vakanz zu finden, da diese am besten eine Aussage zum Potenzial von Mitarbeitern treffen kann.

Arbeitshilfen: Beförderungsschreiben

Arbeitshilfen: Versetzungsschreiben

Arbeitshilfen: Versetzungsvertrag

 

Praxis-Tipp

Unsere Empfehlung

Stimmen Sie sich mit der Personalentwicklung ab, wenn Sie im Unternehmen einen eigenen Personalentwickler haben und Sie eine neue Stelle besetzen möchten. Vielleicht gibt es im Unternehmen den geeigneten internen Mitarbeiter für die Position. Auch können Sie den Beurteilungen des Mitarbeiters entnehmen, wo dieser in seiner individuellen Entwicklung steht.

Auch bei der Beförderung und Versetzung sind die Vorgaben des AGG zu berücksichtigen.

In Unternehmen mit regelmäßig mehr als zwanzig Mitarbeitern ist die Zustimmung des Betriebsrats zu einer Versetzung erforderlich.

6.2 Ausbildung im Haus

Die Ausbildung kann bei der Personalgewinnung Vakanzen natürlich nicht ersetzen, aber als mittelfristig vorgeplante Ergänzung kann man sich erhebliche Vorteile gegenüber Mitbewerbern verschaffen, die sich ausschließlich auf externe Personalgewinnung verlassen:

  • Sicherung des zukünftigen Fachkräftebedarfs,
  • motivierte, im eigenen Betrieb erprobte Mitarbeiter,
  • weniger Fluktuation und Fehlbesetzung,
  • keine langwierigen Einarbeitungszeiten neuer Kräfte,
  • Impulse für die Gestaltung von Weiterbildung,
  • Imagegewinn durch Erhöhung der Flexibilität und Innovationsfähigkeit,
  • Verjüngung der Belegschaft,
  • produktive Arbeit des Auszubildenden,
  • Beitrag, die Chancen für Jugendliche zu erhöhen und sie nicht ins gesellschaftliche Abseits driften zu lassen.
 

Wichtig

Ausbildungsbefähigung

Wenn Sie intern ausbilden möchten, müssen Sie die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen, welche Ihnen jeweils die für Sie zuständige Industrie- und Handelskammer mitteilt.

Das Ausbildungsverhältnis kommt durch Abschluss eines Berufsausbildungsvertrages zustande. Auszubildende unter 18 Jahre dürfen nur in staatlich anerkannten Ausbildungsberufen ausgebildet werden, während Jugendliche über 18 Jahre grundsätzlich auch in nicht anerkannten Ausbildungsberufen ausgebildet werden können. Dies setzt allerdings voraus, dass in einem geordneten Ausbildungsgang eine breit angelegte berufliche Grundbildung und die für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit notwendigen fachlichen Fähigkeiten und Kenntnisse vermittelt werden. Staatlich anerkannte Ausbildungsberufe werden vom Bundesminister für Wirtschaft oder durch die sonst zuständigen Fachminister im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Bildung und Wissenschaft durch Rechtsverordnung anerkannt.

Der Abschluss eines Berufsausbildungsvertrages ist grundsätzlich formfrei möglich. Die wesentlichen Inhalte des Vertrages sind jedoch unverzüglich nach Abschluss, spätestens aber vor Beginn der Berufsausbildung schriftlich niederzulegen. Zu den wesentlichen Inhalten gehören:

  • Angaben zur Art, sachlichen und zeitlichen Gliederung sowie zum Ziel der Berufsausbildung, insbesondere zur Berufstätigkeit, für die ausgebildet werden soll,
  • Beginn und Dauer der Berufsausbildung,
  • Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte,
  • Dauer der regelmäßigen täglichen Ausbildungszeit,
  • Dauer der Probezeit,
  • Zahlung und Höhe der Vergütung,
  • Dauer des Urlaubs,
  • Voraussetzungen, unter denen der Beruf...

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