Aufgrund der fortschreitenden Computerisierung der Arbeitswelt ist es heute nicht mehr zwingend erforderlich, dass alle Arbeitnehmer eines Unternehmens im Unternehmen selbst tätig werden. Mit den technischen Möglichkeiten können Mitarbeiter praktisch von jedem Ort der Welt aus auf die IT-Systeme des Unternehmens zugreifen und Daten abrufen bzw. eingeben. Die Einführung der Telearbeit und damit die Arbeit ganz oder zeitweise außerhalb des Unternehmens in einem Homeoffice ist daher eine zwangsläufige Folge dieser Entwicklung, die sich in den nächsten Jahren stark weiter entwickeln wird. Mit der Novellierung der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) vom 30.11.2016 wurde der Begriff der Telearbeitsplätze neu in die Arbeitsstättenverordnung[1] aufgenommen.

Nach einer Anfang 2019 erstellten repräsentativen Studie des Digitalverbands Bitkom[2], bei der 1.534 Unternehmen befragt wurden, bieten 39 % der Unternehmen in Deutschland Telearbeit an. Im Vergleich zu den vorangegangenen Befragungen  stieg der Anteil der Unternehmen kontinuierlich an. 2014 hatten nur 22 % und 2016 31 % der befragten Unternehmen angegeben, ihren Mitarbeitern Telearbeit zu ermöglichen.

Unter dem Begriff Telearbeit versteht man eine EDV-gestützte Erwerbstätigkeit, die auf einem vom Sitz des Auftrag gebenden Unternehmens bzw. Arbeitgebers räumlich entfernten Arbeitsplatz mithilfe elektronischer Datenverarbeitungs- und Kommunikationsmittel erbracht wird.[3]

Der Anteil der Beschäftigten, die im Homeoffice arbeiten, ist im Zuge der Corona-Pandemie stark angestiegen.

Abb. 3: Anzahl der Erwerbstätigen im Homeoffice in % 2017 bis 2021

Folgende Tätigkeiten werden bereits heute vielfach unter Einsatz der Telearbeit durchgeführt:

  • Angebotserstellung,
  • Auswertung von Meinungsumfragen.
  • Buchhaltungstätigkeiten,
  • Erstellung von Präsentationen,
  • Kontierungsarbeiten,
  • Kostenanalysen,
  • Schreibarbeiten,
  • Vertragsausfertigungen.

Man unterscheidet vier grundsätzliche Formen der Telearbeit:

1. Telearbeit ausschließlich außerhalb des Unternehmens

Der Telearbeiter hat keinen Arbeitsplatz im Unternehmen, sondern seinen Arbeitsplatz ausschließlich zu Hause. Seine Arbeitsaufträge erhält er in der Regel telefonisch oder per E-Mail. Die fertigen Arbeitsergebnisse gelangen auf gleichem Weg wieder in das Unternehmen. Es gibt in der Regel keinen oder nur selten direkten persönlichen Kontakt zum Vorgesetzten oder zu den weiteren Arbeitskollegen. Bei dieser Form der Telearbeit ergibt sich die Gefahr der Isolation und eines sinkenden Unternehmenszugehörigkeitsgefühls.

 
Hinweis

Homeoffice

Häufig wird die Telearbeit auch als Homeoffice bezeichnet. Das Gesetz verwendet statt dieser in der Praxis gebräuchlichen Bezeichnung den Begriff Telearbeitsplatz.

Da mit dem Begriff des Homeoffice regelmäßig Telearbeitsplätze gemeint sind, sind die Begriffsbestimmungen der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) für das Homeoffice maßgeblich. Für die Einrichtung und Durchführung des Homeoffice muss eine individualvertragliche oder kollektivrechtliche Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber bestehen.

2. Telearbeit teilweise außerhalb des Unternehmens (Hybrides Arbeiten)

Hier arbeitet der Telearbeiter eine festgelegte Zeit im Unternehmen, die verbleibende Zeit arbeitet er von zu Hause aus. Der Telearbeiter hat einen Arbeitsplatz im Unternehmen. Aus Kostengründen ist dies heute bereits vielfach ein Arbeitsplatz, den er sich mit anderen Mitarbeitern des Unternehmens oder weiteren Telearbeitern teilt (sog. Shared Desk oder Desksharing-Modelle).. Bei dieser Form der Telearbeit können die Vorteile von Homeoffice mit Präsenszeiten verknüpft werden. Dadurch verringern sich die Gefahren der zuvor genannten Form der Isolation.

3. Mobiles Arbeiten

Mobiles Arbeiten (auch als Remote Work oder Mobile Office bezeichnet) betrifft vor allem Außendienstmitarbeiter, Techniker und alle Beschäftigten, die überwiegend während ihrer Dienstzeit unterwegs sind. Ausschlaggebend ist, dass diese Telearbeiter ihre Arbeit in einem mobilen Büro an unterschiedlichen Orten mithilfe eines Notebooks und Telefonanschlusses erledigen. Der Vorteil dieser Art der Telearbeit liegt im schnellen Informationsaustausch zwischen Unternehmen und Mitarbeiter.

Mobiles Arbeiten (auch als Remote Work oder Mobile Office bezeichnet) ist – anders als die Telearbeit – bislang nicht gesetzlich definiert. Auch zu Hause kann die mobile Arbeit stattfinden, ohne dass ein eigener Arbeitsplatz vom Unternehmen eingerichtet werden muss.

4. Telearbeit im Telecenter

Telearbeit im Telecenter ist vergleichbar mit der unter 1. genannten Form. Der Unterschied besteht darin, dass der Telearbeiter nicht im eigenen Arbeitszimmer zu Hause arbeitet, sondern mehrere Telearbeiter in einem zentralen professionellen Büro, dem Telecenter.

Der Vorteil dieser Form liegt in der günstigen Kostenstruktur des Telecenters (geeignete Mitarbeiter, günstigere Mieten, geringe Lohn- bzw. Gehaltskosten, schnellere Verkehrsverbindungen, bessere Geräteausstattung bei niedrigeren Gesamtkosten, etc.).

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