Onboarding und Führung von Auszubildenden

Zusammenfassung

 
Überblick

Ein Auszubildender nimmt seine Ausbildung als Ganzes wahr. Besondere Bedeutung kommt dabei der Anleitung und Betreuung in den Fachabteilungen zu. Ein Auszubildendenbetrieb oder eine Ausbildungswerkstatt können noch so gut ausgerüstet sein, die hauptamtlichen Ausbilder können noch so motiviert sein, wenn der Auszubildende die Einsätze in den Fachabteilungen negativ wahrnimmt, wird nicht nur das Erreichen des Ausbildungsziels darunter leiden. Vielmehr kann dies sich auch negativ auf das Image des Unternehmens auswirken. Denn: Wenn der Auszubildende seine Ausbildung als attraktiv wahrnimmt, verbreitet er ein positives Image weiter, was sich auch positiv auf die Bewerberentwicklung auswirken kann.

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit dem Einsatz der Auszubildenden in Fachabteilungen. Der Auszubildende muss möglichst schnell integriert werden. Dann gilt es, ihn entsprechend zu entwickeln und zu fördern. Zu unterschiedlichen Zeitpunkten sollten mit dem Auszubildenden Gespräche geführt werden. Auch die Ausbildungsabschnittsbeurteilung muss von den Fachabteilungen erstellt werden. Ziel ist es, die Ausbilder hierauf entsprechend vorzubereiten und wo sinnvoll und hilfreich konkrete Handlungsoptionen zu bieten.

1 Die Integration von Auszubildenden in das Unternehmen – "Onboarding von Auszubildenden"

Bedenkt man, wie die Auszubildenden in der Schule minutiös "verplant" werden, wie der Stundenplan vorgegeben wird, welches "Wahlrecht", welche eigene Entscheidungen der Schüler treffen darf etc. – und wird dies mit den Anforderungen an künftige Mitarbeiter in den Unternehmen verglichen, wo Selbstständigkeit, unternehmerisches Entscheiden und Handeln zählt – , dann wird deutlich, dass die Unternehmen durchaus diesen Übergang sensibel gestalten sollten.

Daher gilt es, die Auszubildenden möglichst schnell ins Unternehmen zu integrieren.

Dies kann schon vor dem eigentlichen Ausbildungsbeginn geschehen. Ob durch Patenprogramme ("Azubis betreuen die künftigen Azubis") oder der Zusendung von Unterlagen, von Weihnachts- und Geburtstagskarten, frühzeitige Einladungen zu Unternehmensveranstaltungen und/oder Bereitstellung eines firmeninternen "Azubi-Portals" oder eigens dafür organisierte Treffen der künftigen Auszubildenden – die Gewinnung von Auszubildenden darf sich nicht nur bis zur Vertragsunterschrift beziehen – sondern es kann auch die Zeit zwischen Vertragserhalt und Ausbildung genutzt werden, um die Auszubildenden auf die künftigen Anforderungen vorzubereiten. Dies kann beispielsweise das zehn-Finger-System bei kaufmännischen Auszubildenden sein, sprachliche Fähigkeiten oder auch Technologiewissen und grundlegende Themen der Mathematik.

Darüber hinaus ist es gerade zu Ausbildungsbeginn für die neuen Auszubildenden wichtig, alle Regeln zu kennen. Dies sind tarifvertragliche Regelungen oder Betriebsvereinbarungen bis hin zu der "im Betrieb geltenden Ordnung" laut Berufsbildungsgesetz. Darüber hinaus sollten auch Regelungen besprochen werden, wie sich der Auszubildende richtig krank meldet, wie der Umgang mit Schulnoten ist uvm. Hier hat sich ein Patenprogramm bewährt.

Zur Vorbereitung der Fachabteilungen auf den Einsatz der Auszubildenden gehören auch umfassende Schulungsprogramme für die Ausbildungsbeauftragten, in denen nicht nur deren Rolle besprochen und definiert wird, sondern gerade auch das Thema Führung von Auszubildenden vermittelt wird. Auszubildende unterscheiden sich in der Führung von "berufserfahrenen" Mitarbeitern in der Form, dass sie noch mehr Führung benötigen, mehr "geformt werden" können – und letztlich so gezielt auf die künftigen Anforderungen im Unternehmen vorbereitet werden können.

2 Integration in die Fachabteilungen

Das Onboarding von Azubis ist a) besonders wichtig (es gilt, eine unternehmerische Investition abzusichern!) und b) sehr anspruchsvoll, da der Prozess auf mehrere Verantwortliche verteilt ist (HR, Ausbilder, Fachabteilungen). Grundsätzlich gelten bei der Einarbeitung von Azubis die gleichen Erfolgskriterien und Vorgehensweisen wie bei allen anderen Mitarbeitern, wobei es natürlich noch besondere Umstände zu berücksichtigen gilt, auf die wir in diesem Beitrag zusätzlich hinweisen[1].

[1] S. a. Onboarding – Einarbeitung neuer Mitarbeiter,

2.1 Gezielt vorbereiten

In den einzelnen Fachabteilungen ist eine umfassende und gezielte Vorbereitung auf den Einsatz des neuen Auszubildenden von entscheidender Bedeutung. Ziel muss sein, dem Auszubildenden möglichst schon ab dem ersten Tag das Gefühl zu geben, willkommen zu sein und auf seine Unterstützung zu warten. Für Auszubildende ist es in der Regel wichtig, "schnell und gewinnbringend" eingesetzt zu werden.

Eine gute Vorbereitung ist dabei unabdingbar. Es gilt im Vorfeld Aufgaben zu sammeln, die der Auszubildende eventuell zu einem vorgegebenen Zeitpunkt bearbeitet haben muss. Daneben sollten auch Aufgaben vorhanden sein, die er bei Bedarf "zwischendurch" bearbeiten kann. Bei der Aufgabenerteilung ist darauf zu achten, welche fachlichen Voraussetzungen erforderlich sind und in welchem Ausbildungsstadium die Aufgaben voraussichtlich erledigt werden können.

Darüber hinaus können Themen gesammelt we...

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