Onboarding und Führung von ... / 4.2 Der Gesprächsverlauf

Der Erfolg eines Beurteilungsgesprächs steht und fällt mit der Vorbereitung. Hier hilft zum einen das Beobachtungsprotokoll als auch die Überlegung, welche drei konkreten Botschaften dem Auszubildenden mitgegeben werden sollen. Dies können Hinweise zu besonderen Stärken sein oder auch Tipps, wo er sich unbedingt weiterentwickeln sollte.

Es ist sinnvoll, den Auszubildenden aufzufordern, sich im Vorfeld Gedanken zu machen und eine Selbsteinschätzung vorzunehmen.

Nach der Begrüßung und Gesprächseröffnung sollte das Beobachtungsprotokoll durchgesprochen werden. Dem Auszubildenden wird also erst eine "offene Rückmeldung" gegeben, bevor diese dann in die Bewertung des Beurteilungsbogens münden.

Dabei kann ruhig eine Skalierung genutzt werden. Nicht selten wird beispielsweise bei einer 5er-Skalierung nur zwischen zwei oder drei Skalierungswerten unterschieden. Bei der Frage der Skalierung ist wichtig zu unterscheiden, ob die Wertung von 1 bis 5 geht oder von "++" bis "- -". Im ersten Fall liegt die gute Leistung vermutlich bei einer "zwei". Da sich manche Ausbilder und Ausbildungsbeauftragten scheuen, kritischer zu beurteilen bzw. die Skalierung zu nutzen, bewegt sich die Beurteilung häufig zwischen der eins und der zwei. Da zeigt sich der Vorteil der Skalierung von "++" bis "- -". Hier liegt die angestrebte Leistung in der Mitte – und es gibt keine Verknüpfung mit Schulnoten.

Es kann daher durchaus überlegt werden, was die größte Stärke des Auszubildenden ist und wo er sein größtes Handlungsfeld hat. Je nachdem, wie viele Beurteilungskriterien zu bewerten sind, kann dann überlegt werden, dass jeweils ein Merkmal ganz "links" und eines ganz "rechts" gesehen wird und dann "in die Mitte hinein" beurteilt wird. So besteht die Möglichkeit einer gewissen Streuung.

Abschließend kann dem Auszubildenden noch mitgeteilt werden, was er konkret angehen soll. In Gesprächen mit Auszubildenden wurde herausgefunden, dass diese es sehr wertschätzen, wenn ihnen konkrete Tipps gegeben werden.

Auch kritische Beurteilungen werden akzeptiert, wenn sie transparent sind und die Auszubildenden das Gefühl haben, dass der Ausbilder sich auf sie eingelassen hat und sie versteht. Hier zeigt sich, dass es lohnt, sich mit den Auszubildenden intensiv zu beschäftigen. Aussagen von Auszubildenden gehen sogar in die Richtung: "Schlimmer als Kritik ist keine Kritik". Vor diesem Hintergrund gilt es, fundiert und systematisch zu beurteilen.

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