Nachwuchsförderung optimal ... / 13 Wie kann die Nachwuchsförderung die künftige Entwicklung berücksichtigen?

Die Arbeitswelt und damit auch die Führungsaufgaben werden sich in einem Maße verändern, dessen Umfang, Inhalt und Tempo niemand genau voraussagen kann. Es kündigen sich aber einige Entwicklungen und Trends an:

  • Es gibt Schätzungen, dass mittel- bis langfristig nur noch jeder zweite Angestellte eine feste Dauerstellung haben wird. In den Unternehmen und/oder einzelnen Bereichen bleiben kleine Kernmannschaften; die übrigen Mitarbeiter werden flexibel "zugekauft".
  • Mitarbeiter werden nur für bestimmte Projekte eingestellt und bezahlt.
  • Infolge zunehmender Outsourcing-Aktivitäten der Firmen wird es neue Formen der Selbstständigkeit geben.
  • Der Ort der Beschäftigung wird sich immer mehr ändern (z. B. Arbeit via PC, Internet und Intranet von zu Hause aus).
  • Das feste Unterstellungs- und Kooperationsverhältnis zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern wird sich auflösen. Deshalb werden andere Führungsqualitäten und Führungskompetenzen gefragt sein.
  • Die Zahl der Führungsebenen wird abnehmen.
  • Karrieren (als hierarchische "Kaminaufstiege") werden an Bedeutung verlieren. Künftige Entwicklungen werden in die Breite statt in die Höhe gehen (horizontale Entwicklung statt vertikaler Entwicklung).
  • Karrieren werden immer weniger planbar. Das gilt für den Einzelnen wie für die Unternehmen. Laufbahnen werden immer unsicherer.
  • Es wird neue und immer höhere Anforderungen an immer weniger Führungskräfte geben.
  • Wenn schon Mitarbeiter als Kleinunternehmer auftreten sollen, wie viel mehr gilt diese Forderung dann an Führungskräfte!

Aus diesen Trends lässt sich ableiten, dass die Rolle und das Verständnis der Führung sich wandeln werden. Auch hierzu einige Aussagen:

  • Die Führungsaufgabe wird anspruchsvoller und komplexer,
  • Es wird "Führung auf Zeit" geben,
  • Die Bedeutung und die Zahl der Statussymbole werden abnehmen,
  • Es wird weniger (oder keine) Amts- oder Positionsautorität geben,
  • Wenn Mitarbeiter selbstständiger und selbstmotiviert sind (Eigeninitiative, höhere Leistungsbereitschaft, mehr Ehrgeiz), braucht der Vorgesetzte nicht mehr zu motivieren. Seine künftige Rolle wird sein: mehr Coach, Mentor, Moderator. Er muss Bedingungen schaffen, unter denen seine Mitarbeiter erfolgreich sein können,
  • Künftige Vorgesetzte sind stärker "Bedingungenschaffer", "Wegweiser" und "Wegbereiter",
  • Führungskräfte müssen "Bewährtes" in Frage stellen anstatt zu bewahren
  • Zum lebenslangen Lernen muss das lebenslange "Entlernen" kommen.

Für die Personalentwicklung und vor allem für die Nachwuchsförderung ergibt sich als Folgerung und Aufgabe: Stellen Sie sich darauf ein, dass in Zukunft immer mehr qualifizierte Nachwuchskräfte auch in eigener Sache unternehmerisch denken und handeln. Sie wollen selbstständig arbeiten und Verantwortung übernehmen. Sie wollen bei ihrer Arbeit auch Spaß haben. Sie wollen ihren Marktwert erhöhen und legen deshalb Wert auf individuelle Förderung und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten. Diese liegen nicht mehr hauptsächlich in hierarchischen Karrieren (vertikalem Aufstieg), sondern in einer Verbreiterung des Aufgabengebiets, ihres Wissens und ihrer Fähigkeiten (horizontale Qualifizierung).

Die künftigen Fach- und Führungskräfte werden auf eine andere Art loyal gegenüber dem Unternehmen sein: Solange sie sich für ein Unternehmen entschieden haben, setzen sie sich auch voll ein. Gefällt es ihnen nicht mehr, kündigen sie.

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