MobiPro-EU-Praktikant / 2 Förderung von Praktika in Deutschland

Der Förderantrag wird entgegen der bisherigen Regelung nicht mehr vom Ausbildungsinteressierten, sondern vom Projektträger gestellt.

Zuwendungsempfänger können juristische Personen des privaten und des öffentlichen Rechts, d. h. freie und öffentliche Einrichtungen, Unternehmen, Bildungsträger, Forschungseinrichtungen oder Verbände sein. Voraussetzung ist, dass sie ihre Eignung zur Durchführung der Maßnahme, für die die Zuwendung beantragt wird, in geeigneter Weise nachweisen. Gefördert werden Projekte, die jungen EU-Bürgern¸ Bürger aus einem EWR-Land oder der Schweiz mit dem Recht auf Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU durch ausbildungsvorbereitende sowie ausbildungsbegleitende Maßnahmen in die Lage versetzen, in Deutschland erfolgreich eine betriebliche Berufsausbildung zu absolvieren.

Förderfähig im Rahmen der Projekte sind

  • Berufsausbildungen, bei denen es sich um eine betriebliche Erstausbildung in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf handelt und für die der dafür vorgeschriebene Berufsausbildungsvertrag mit einem Betrieb abgeschlossen wird. Anerkannte Ausbildungsberufe im Sinne dieser Grundätze sind Ausbildungsgänge, die auf der Grundlage der §§ 4, 5 BBiGoder §§ 25, 26 HwO durch Ausbildungsordnungen bundeseinheitlich geregelt sind.
  • Berufsausbildungen im Rahmen der Schiffsmechaniker-Ausbildungsverordnung (SMAusbV).
  • Altenpflegeausbildungen, wenn der dafür vorgeschriebene Berufsausbildungsvertrag gemäß § 13 Abs. 1 Altenpflegegesetz (AltPfG) zwischen der/dem Auszubildenden und dem Träger der praktischen Ausbildung abgeschlossen wird.

Der Ausbildungsbeginn muss zwischen dem 1.8. und dem 1.10. des jeweiligen Ausbildungsjahres liegen.

Das Praktikum dient dem Kennenlernen des Ausbildungsbetriebs. Es darf maximal 6 Wochen dauern. Längere Praktika sind im Rahmen des Projekts nicht möglich. MobiPro-EU-Praktikanten gelten nicht als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Sinne des Mindestlohngesetzes (MiLoG). Sie haben deshalb während des Praktikums keinen Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn. Es handelt sich bei dem Praktikum vielmehr um ein Praktikum zur Orientierung für eine Berufsausbildung nach § 22 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 MiLoG.

Nicht förderfähig sind Anpassungspraktika.

Ablauf des Verfahrens

Das geänderte Förderverfahren ist nicht mehr individual- sondern projektorientiert. Erstmals werden in einem Verfahren die Projektvorschläge ausgewählt, die am besten geeignet sind, das Projektziel des erfolgreichen Ausbildungsabschlusses zu erreichen. Der Träger muss nachweisen, dass er für die Durchführung des Projektvorhabens geeignet ist und über ein integriertes Handlungskonzept verfügt.

Die neuen Richtlinien enthalten keinen Förderkatalog mehr. Vielmehr soll der Träger die konkreten Festlegungen zu Umfang der Fördermaßnahmen (z. B. Sprachkurse, ausbildungsbegleitende Hilfen) und den finanziellen Bedingungen eigenständig entwickeln und in seinem Handlungskonzept und dem Finanzierungsplan darlegen.

Fälle, in denen die Förderung vor dem 31.12.2014 begonnen hat, richten sich für den gesamten Förderzeitraum, längstens jedoch bis zum 31.7.2018 nach der Richtlinie für das Sonderprogramm des Bundes zur "Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen und arbeitslosen jungen Fachkräften aus Europa (MobiPro-EU)" vom 28.10.2013 (BAnz AT 31.10.2013 B2).

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