Mobbing: Die richtige Gegenwehr

Zusammenfassung

 
Überblick

Immer mehr Mitarbeiter in den Betrieben werden von Kollegen oder Vorgesetzten drangsaliert, gedemütigt, sexuell belästigt, hintergangen, ausgetrickst oder diskriminiert. Die meisten Opfer ziehen sich zurück, sind persönlich verzweifelt und haben keine Strategien und Techniken, sich persönlich effektiv zu wehren. Dieser Beitrag gibt Hinweise und zeigt Techniken und Tricks, wie Mobbing-Situationen besser eingeschätzt werden können, welche Verhaltensweisen anzuraten sind und wie man sich konkret dagegen wehren kann.

1 Mit Magenschmerzen in den Betrieb

Mobbing bedeutet, dass Mitarbeiter, Kollegen oder Vorgesetzte versuchen, "ausgesuchte" Arbeitnehmer mit bösartigen und verletzenden Methoden so "fertig zu machen", dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren bzw. freiwillig "an den Nagel hängen". Bei etwa 4 Millionen Arbeitslosen oder wahrscheinlich noch mehr und dem permanenten Druck der Firmen, Kosten sparen zu müssen, wird Mobbing zur Volksseuche. Laut einer Studie vom März 2016 der Versicherung pronova BKK leiden 22 % der Mitarbeiter – also jeder fünfte Mitarbeiter – unter dem Verhalten ihrer Kollegen. Zunehmend sind auch Mitarbeiter und Führungskräfte in mittleren Ebenen (Sandwich-Druck) davon betroffen. Und bei immer mehr Mitarbeitern steigt auch die persönliche Bereitschaft, sich an diesen üblen Methoden zu beteiligen. Zunehmend häufig kämpfen Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz oder um den ihres Kollegen.

Die Ursachen für die zunehmende Gewaltbereitschaft am Arbeitsplatz liegen jedoch nicht nur an dem Kampf um die Arbeitsplätze. Es gibt eine Vielzahl an gesellschaftlichen Faktoren, die diese Bereitschaft zur Gewalt fördern. Im gleichen Ausmaß, wie wir die zunehmende Gewalt an den Schulen unserer Kinder beklagen, sind immer mehr von uns bereit, am Arbeitsplatz zu kämpfen.

Mitarbeiter, die von Mobbing betroffen sind, werden drangsaliert und gequält, weggegrault, gepeinigt und persönlich so verletzt, dass sie nicht mehr wissen, wo ihnen "der Kopf steht". Dabei sind Mobbing-Opfer oft jene, die sich besonders für ihren Betrieb einsetzen, die sich besonders mit ihrem Betrieb identifizieren und die ihre Arbeit besonders gut machen. Oft sind es die Mitarbeiter, die sich andere Betriebe wünschen.

Vom Mobbing Betroffene wachen nachts schweißnass auf, viele können kaum schlafen, haben den Kopf immer voller Ängste, leiden an Übelkeit, Durchfall, Depressionen und erheblichen Selbstzweifeln. Die Psychologen nennen diese Auswirkungen "posttraumatische Belastungssyndrome". Viele gehen morgens mit Magenschmerzen oder anderen körperlichen Beschwerden und tiefem Widerwillen in ihren Betrieb. Nicht wenige bekommen Schweißausbrüche, wenn an ihrem Arbeitsplatz das Telefon klingelt. In vielen Fällen wirkt sich der Stress am Arbeitsplatz erheblich auf das Familienleben aus. Nur wenige Ehe- oder Lebenspartner können die Probleme von Mobbing-Opfern richtig verstehen, nachvollziehen und adäquat verständnisvoll damit umgehen.

Nicht selten heißt es dann: "Sei nicht so empfindlich". Aber das ist keine Hilfe. Oder es heißt "Wehre dich doch". Aber wie man sich erfolgreich wehrt, wird man vom Ehepartner meist nicht erfahren. Sich auch vom Ehepartner nicht verstanden und ernst genommen zu fühlen, potenziert die persönliche Belastung. Die emotionale Beziehung zu Ehepartnern erfährt in solchen Fällen oft eine vorher nicht gekannte innere Distanz und Einsamkeit der Betroffenen.

Das sind die häufigsten psychischen Beschwerden von Mobbing-Opfern:

  • Innere Unruhe und permanente Unzufriedenheit
  • Selbstzweifel und zunehmende Unsicherheit
  • Konzentrationsprobleme und Angstzustände
  • Abnahme des Interesses an der Arbeit und an privaten Aktivitäten
  • Abnahme der Entscheidungsfähigkeit
  • Gefühle der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit
  • Zunehmend gereizte und aggressive Stimmung
  • Steigende Suchtgefahr durch Alkohol oder andere Drogen
  • Überempfindlichkeit und Nervosität
  • Zunehmend verzweifelnde Hektik und Rastlosigkeit
  • Depressive Stimmungen, Depressionen und Weinkrämpfe
  • Vermehrt unrealistische Verfolgungsideen (paranoide Tendenzen)
  • Neurotische und psychotische Störungen
  • Selbsttötungsgedanken und Suizid

Bedingt durch die seelische Unruhe und Nervosität häufen sich bei vielen Mobbing-Opfern auch Verkehrsunfälle, Knochenbrüche oder andere Sport- und Haushaltsunfälle.

2 Was ist Mobbing?

Mobbing ist erst dann gegeben, wenn Mitarbeiter gezielt und dauerhaft erniedrigt und gedemütigt werden. Dazu gehört ein bestimmter Grad an Feindseligkeit und vor allem das Ziel, den betreffenden Mitarbeiter so lange zu peinigen, bis er seinen Arbeitsplatz oder die Firma verlässt. Mobbing an Schulen wird von manchen Autoren als "Bullying" bezeichnet. Nicht jede kleinere und "normale Bösartigkeit" ist gleich Mobbing.

Mobbing-Attacken erfolgen zwischen Mitarbeitern gleicher hierarchischer Ebene, aber auch von Vorgesetzten gegen ihre Mitarbeiter (Bossing), von Mitarbeitern gegen ihre Vorgesetzten und schließlich von höheren Vorgesetzten und Mitarbeitern gemeinsam gegen mittlere Vorgesetzte (Sandwich-Mobbing).

 
Praxis-Beispiel

Die Fakten

Die Mitarbeiter A ...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge