Mobbing: Die richtige Gegen... / 9.2 Betriebsrat

Auch Mitglieder des Betriebsrats wollen oft helfen, sind aber häufig mit den komplexen psychologischen Problemen von Mobbing-Konflikten zu wenig vertraut und können den Opfern nicht immer die Unterstützung geben, die Mobbing-Opfer erwarten und benötigen. Betriebsvereinbarungen gegen Mobbing, wie beispielsweise beim Volkswagenwerk in Wolfsburg, sind leider noch immer die große Ausnahme. Das Gleiche gilt für Frauenbeauftragte für spezifische Probleme von Frauen, bei sexuellen Belästigungen oder Diskriminierungen gegen Ältere, Behinderte oder Ausländer.

Trotzdem: Ein Gespräch mit den Mitgliedern des Betriebsrates, von denen man den Eindruck hat, dass sie helfen können (und wollen), ist ratsam. Außerdem ist es sehr wichtig, dass Betriebsräte eine klare Vorstellung des Ausmaßes von Mobbing im eigenen Betrieb haben – nur so wächst beim Betriebsrat das Problembewusstsein und damit die Motivation, angemessene Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Die Reaktionsmöglichkeiten der am betrieblichen Geschehen Beteiligten entsprechen allgemeinem Arbeitsrecht. Der betroffene Arbeitnehmer kann sich im Wege der Beschwerde an den Betriebsrat wenden.

§ 75 BetrVG konkretisiert die Verpflichtung des Arbeitgebers, auf eine positive Gestaltung der Arbeitsbedingungen zur freien Persönlichkeitsentfaltung hinzuwirken. Jeder Arbeitnehmer ist aufgrund dieser Regelung nach den "Grundsätzen von Recht und Billigkeit" zu behandeln. Aufgrund von § 75 BetrVG ist der Betriebsrat verpflichtet, auch ohne eine Beschwerde des Betroffenen gegen Mobbing vorzugehen. Im äußersten Fall kann er von seinem Recht Gebrauch machen, die Versetzung oder Entlassung des mobbenden Arbeitnehmers zu verlangen (§ 104 BetrVG).

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