Mobbing: Die richtige Gegen... / 8.6 Entwicklung von Strategien

Die Vorüberlegung sollte immer sein, wie man sich grundsätzlich am besten verhält und wie eine angemessene Reaktion auf Attacken aussehen kann.

Da das Umsetzen von Strategien gegen Mobbing auch zusätzliche Arbeitszeit in Anspruch nimmt, muss der Gemobbte seine normale Arbeit jetzt noch effizienter gestalten, zeitsparender organisieren oder sich darauf einstellen, dass er täglich etwas mehr Zeit investieren muss. Wenn das Anfertigen von "privaten Notizen und Protokollen" im Betrieb nicht möglich ist, sollten die Vorkommnisse und Gespräche zunächst im Betrieb auf Zetteln notiert und zu Hause ausformuliert werden. Gemobbte müssen sich innerlich darauf einstellen, dass sie insgesamt mehr und disziplinierter arbeiten müssen.

Grundsätze für Strategien gegen Mobbing:

  • Die innere Haltung einnehmen, dass jeder, also auch man selbst, angegriffen und mit unfairen Methoden attackiert werden kann. Dabei darf man Attacken und Angriffe nicht so persönlich nehmen, dass ein Leidensdruck entsteht, der es einem nicht mehr erlaubt, angemessen klug zu reagieren. Im Idealfall – und das wäre der beste persönliche Schutz – gehen Sie mit Attacken und Angriffen "sportlich" und souverän um.
  • Nicht zu unüberlegt aggressiven oder geschäftsschädigenden Äußerungen oder Handlungen verleiten lassen! Der Mobber wartet nur darauf!
  • Übertriebene Ängstlichkeit oder Vorsicht hindert Betroffene daran, ihre normalen Aufgaben selbstbewusst und mit Standfestigkeit zu verrichten.
  • Ein gesundes Mittelmaß zwischen notwendiger Vorsicht und Distanz sowie "gewohnt normalen" Arbeitsformen finden.
  • Alle Entscheidungen besser abstimmen, koordinieren oder "von oben" absegnen lassen; je mehr Konsens über Entscheidungen besteht, desto weniger können diese später angezweifelt oder kritisiert werden.
  • Sammeln aller Informationen, die zu einem späteren Zeitpunkt als Beweise oder fundierte Begründungen benötigt werden könnten:

    • Notizen über alle Gründe für betriebliche Entscheidungen anfertigen, damit sie auch zu einem späteren Zeitpunkt gut begründbar sind.
    • Aufzeichnungen über alle ungewöhnlichen privaten Ereignisse, wie das zerkratzte Auto, Schmierereien an der Haustür, telefonische oder schriftliche Drohungen oder Belästigungen.
    • Notizen über alle kursierenden Gerüchte über den Gemobbten, sein Privatleben oder Ehegatten/Lebenspartner.
  • Anfertigung von in diesem Zusammenhang auch wichtigen Gesprächsprotokollen.
  • Offensive ist die beste Verteidigung, z. B. das Angebot an den Mobber – dort wo sich eine Gelegenheit bietet –, konstruktiv zusammenzuarbeiten.
  • Direkte Ansprache kursierender Gerüchte bei passender Gelegenheit.
  • Destruktive Gestik und Mimik direkt und offen ansprechen.

Die Ziele der Strategien sind:

  • Sich selbst emotional unter Kontrolle haben,
  • dem Mobber keine unbedachten Reaktionen zeigen, die gegen einen selbst verwendet werden können,
  • dem Mobber und anderen selbstbewusst zu verstehen geben, dass er sich an seinem ausgewählten Opfer "die Zähne ausbeißt",
  • Beweise oder eindeutige Hinweise sammeln, die den Vorgesetzten oder den Betriebsrat überzeugen,
  • alle Entscheidungen und wichtigen betrieblichen Handlungen absichern, damit man fachlich nicht kritisiert werden kann,
  • Mobbing beenden und den Mobber zur Rechenschaft ziehen.

Je selbstbewusster und offensiver der Gemobbte vorgeht, desto mehr nimmt er seinem Widersacher "den Wind aus den Segeln".

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