Mobbing: Die richtige Gegen... / 8.5 Selbstschutz hat Priorität

Wer gemobbt wird, sollte sich gezielt überlegen, was er für sich persönlich tun kann, um seelisch und körperlich gesund zu bleiben.

Gesundheit und Wohlbefinden sind Voraussetzungen dafür, Stress auszuhalten, damit umzugehen und vernünftig und klug auf Angriffe reagieren zu können.

Die persönliche Sichtweise zu den Vorfällen macht den Unterschied! Genötigt und drangsaliert zu werden, verursacht erheblichen Stress. Und trotzdem entscheidet der Gemobbte selbst, welchen persönlichen Angriff und vor allem auch von welcher Person er ernst und "sich zu Herzen nimmt". Alle Bösartigkeiten, Gemeinheiten und Attacken durch Mobber sind – isoliert betrachtet – zunächst einmal "neutrale Fakten". Erst die Summe der eigenen persönlichen Sichtweisen und Einstellungen, ethischen Werte und Normen entscheiden darüber, was vom Gemobbten als krankmachende Belastung empfunden bzw. zugelassen wird.

Objektiv gleiche Belastungen können für den einen eine motivierende Herausforderung sein, den anderen dagegen zur Verzweiflung bringen. Es kommt also auch immer auf die innere Einstellung an, und die kann man – in Grenzen – auch korrigieren. Vielleicht hilft es, sich an einen Liedertext von Reinhard Mey zu erinnern, in dem es heißt: "Was schert sich ein Baum darum, wenn sich ein Schwein an ihm kratzt".

Es ist wichtig, alles Erlebte – so weit möglich – nicht als persönlichen Druck und als persönliche Belastung zu empfinden. Man darf niemandem das Recht geben, die eigene Persönlichkeit zu verletzen. Selbstschutz und der Versuch, die Dinge auch mit Humor zu sehen, bringen einen häufig schon weiter.

Wer sich gehen lässt, hat verloren! Wer "Dienst nach Vorschrift" macht, versucht, den anstehenden Problemen und Entscheidungen aus dem Weg zu gehen. Wer sich zurückzieht, der fällt zurück. Mit der Entscheidung, nur noch Dienst nach Vorschrift zu machen, entscheidet man sich auch, den Arbeitstag ohne Freude und Begeisterung "herumbringen" zu wollen. Und dafür, jeden Morgen widerwillig und ohne Energie in den Betrieb zu fahren. Diese Lustlosigkeit wird sich auch auf das Privatleben auswirken. Wer sich gehen lässt, der stirbt ein Stück und beraubt sich der eigenen Lebensfreude!

Es ist wichtig, sich einen Ausgleich zu suchen! Hier ist die Entwicklung und Pflege von Interessen außerhalb des Berufes, wie Sport, Hobbys, Familie u. Ä., zu nennen. Die Vorteile: Der Betroffene kann so die Probleme im Betrieb einmal vergessen, was ihm neue Energie und Kraft gibt. Darüber hinaus schafft er sich zusätzliche Gelegenheiten, sein Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu stärken.

Die Suche nach der inneren Ruhe! Natürlich ist das leichter gesagt als getan. Aber es ist unstreitig, dass Konzentrationsstörungen, Wut und Aggression, tiefes Betroffensein und Hass den klaren Blick vernebeln und die Kräfte und Ausdauer verzehren, die dringend benötigt werden, um durchzuhalten und sich zu wehren.

Wer spürt, dass er seine innere Ruhe verloren hat, sollte – je nachdem, was ihm persönlich liegt – täglich Konzentrations- und/oder Entspannungsübungen, Meditation, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung praktizieren. Viele Menschen können sich auch durch Spaziergänge, Sport oder ablenkende Hobbys beruhigen.

Gemobbte brauchen Unterstützung! Der Betroffene muss selbst aktiv werden und sich in seinem Umfeld umschauen, wer ihm in seiner besonderen Situation helfen kann. Niemand kann alle Probleme alleine bewältigen. Geeignet sind Vorgesetzte, der Betriebsrat, befreundete Kollegen, Freunde, Bekannte oder externe Fachleute. Es ist wichtig, die Scheu, Hilfe anzunehmen, abzulegen, dabei aber auf die richtige Wahl der Berater zu achten. Das müssen nicht unbedingt die besten Freunde sein!

 
Praxis-Tipp

Lösung suchen

Persönliche Verzweiflung ist verständlich, aber in Stresssituationen nicht hilfreich. Mit geeigneten Beratern findet man meist eine intelligente und strategische Lösung.

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