Mobbing: Die richtige Gegen... / 8.4 "Jedes Ihrer Worte kann gegen Sie verwendet werden!"

Mobbing-Opfer befinden sich unter einem Aspekt in der gleichen Situation wie jemand, der verhaftet wurde: "Von jetzt ab kann alles was Sie sagen, gegen Sie verwendet werden". Personen, die gemobbt werden, müssen davon ausgehen, dass sie von ihrem Mobber und seinen Verbündeten genau beobachtet werden. Sie sollten daher wirklich jedes Wort, das sie sagen, "auf die Goldwaage legen" und überlegen, wem sie was erzählen. Nicht selten werden von Kollegen – auch über private Gespräche – Gesprächsnotizen angefertigt und an die Geschäftsleitung weitergeleitet. Unüberlegte negative Äußerungen über den Betrieb können schnell zu einer Kündigung führen. In der Praxis ergeben sich daraus folgende Probleme:

  • Jedes Wort auf die Goldwaage legen zu müssen, bremst die Vitalität und den normalen und unkomplizierten Umgang miteinander.
  • Nicht zu wissen, wer den Mobber noch unterstützt und wem man überhaupt noch vertrauen kann, führt zu einer erheblichen Verunsicherung, zu einem generellen Misstrauen gegenüber allen Vorgesetzten und Kollegen und zwingt zu eher formalen, steifen und distanzierten Umgangsformen
  • Wut, Ärger und Aggressionen über den Mobber verleiten Gemobbte oft zu unüberlegten und vorschnellen Äußerungen. Gemobbte müssen im Umgang mit Vorgesetzten und Kollegen sehr diszipliniert sein und dürfen sich nicht provozieren lassen.
  • Nicht alle befreundeten Kollegen können schweigen. Manche von ihnen geben anvertraute Informationen wieder "vertraulich" weiter. Schweigen können ist eine Kunst, die heute nur wenige beherrschen. Gemobbte müssen daher auch zu befreundeten Kollegen, die nicht schweigen können, auf Distanz gehen.

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