Mobbing: Die richtige Gegen... / 6 Die "Spielarten" des Mobbings

Die Palette der praktizierten Gemeinheiten und Bösartigkeiten bis hin zu Sabotagen im Betrieb und Sabotagen im Privatleben ist unendlich. In den wenigsten Fällen findet ein Mitarbeiter, der nach seinem Urlaub sein Büro betritt, dort einen neuen Kollegen sitzen, der ihn freundlich begrüßt und sagt "tut mir leid, Anordnung der Geschäftsleitung". Solche offensichtlichen Attacken ohne Vorankündigung kommen vor, sind aber eher seltener.

Die bedeutungsvollen Kleinigkeiten

I. d. R. beginnen Mobbing-Attacken durch "Kleinigkeiten", die, jede für sich genommen, kaum der Rede wert sind. Erst in der Summe – oder in der Konzentration des gleichen "Absenders" – gewinnen diese Kleinigkeiten an Bedeutung. Nur wenige Beispiele seien genannt:

  • Man "vergisst", über einen wichtigen Termin zu informieren.
  • Erbetene Unterlagen werden viel zu spät oder gar nicht weitergeleitet.
  • Telefonmitteilungen werden "versehentlich" nicht weitergegeben.
  • Es gibt mehr angeblich "versehentliche" Missverständnisse als üblich.
  • Bestimmte Mitarbeiter werden überdurchschnittlich häufig "versehentlich" von Informationen ausgeschlossen.
  • Es kursieren kleinere bis größere Gerüchte über bestimmte Mitarbeiter.

Deutlicher werden mögliche Mobbing-Attacken in folgenden Beispielen:

  • Ein Mitarbeiter, der früher an bestimmten Besprechungen teilgenommen hat, wird plötzlich nicht mehr dazu eingeladen.
  • Ein Mitarbeiter wird von Kollegen kaum noch gegrüßt bzw. geschnitten.
  • Ein Mitarbeiter erhält eine ungerechtfertigte Abmahnung.
  • Es werden bösartige Gerüchte über das Privatleben eines Kollegen verbreitet.
  • Ein Mitarbeiter soll schriftliche Stellungnahmen zu Vorgängen vorlegen, die eigentlich längst erledigt sind.
  • Ein Mitarbeiter bekommt Arbeitsaufträge, für deren Erledigung er nicht alle nötigen Informationen erhält.
  • Auf die Urlaubswünsche eines Kollegen wird schon im 2. Jahr keine Rücksicht genommen.
  • Es wurde an den Arbeitsgeräten oder Computer eines Mitarbeiters manipuliert.
  • Manche der ausgehenden Briefe eines Mitarbeiters verschwinden und werden nicht versandt.
  • Ein Mitarbeiter wird auf eine andere Stelle versetzt und/oder degradiert bzw. sein Verantwortungsbereich wird beschnitten.

Eindeutiges Mobbing kann in folgenden Beispielen vorliegen:

  • Ein Mitarbeiter hat mehr als eine ungerechtfertigte Abmahnung erhalten.
  • Mitarbeiter legen Gesprächsprotokolle über geschäftliche und private Gespräche mit einem Kollegen an und legen sie der Geschäftsleitung vor.
  • Die Geschäftsleitung beschuldigt einen Mitarbeiter konfrontativ und für Dinge, die er objektiv nicht zu verantworten hat.
  • Ein Mitarbeiter wird ohne besonderen Grund um Stellungnahmen von Entscheidungen gebeten, die lange zurückliegen.
  • Man betraut einen Kollegen mit völlig überflüssigen und nutzlosen Aufgaben.
  • Ein Mitarbeiter wird ohne vernünftigen Grund versetzt.
  • Es kursieren bösartige Gerüchte über das Privatleben oder den Partner eines Mitarbeiters.
  • Ein Kollege ist auffällig häufig von Sabotage und Belästigungen betroffen, z. B.:

    • Beschädigungen des Autos,
    • Drohanrufe und oder Drohbriefe,
    • Diebstahl im Betrieb,
    • zerstörte Dateien im Computer,
    • verschwundene Materialien, Briefe, Berichte o. Ä.

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