Mitarbeitermotivation: Mehr... / 5.4 Motivationsfaktor "Chef"

Der Motivationsfaktor "Chef" wird leider häufig vergessen, aber Mitarbeiterbefragungen zeigen es immer wieder: Der Vorgesetzte spielt eine wesentliche Rolle bei der Loyalität und Motivation der Mitarbeiter, denn er kann ausschlaggebend dafür sein, ob die Mitarbeiter gerne zu der Arbeit kommen oder nicht. Damit die nicht-materiellen Motivationsfaktoren wie Anerkennung, Lob und Respekt funktionieren, spielen die Grundlagen einer guten Führung eine große Rolle.

Zu den Stärken einer guten Führungskraft gehören:

  • Wahrnehmung der Vorbildfunktion
  • die Fähigkeit zur Vermittlung von Visionen, Zielen und Perspektiven,
  • Förderung der Lernfähigkeit ihrer Mitarbeiter,
  • eine als wertschätzend und fair empfundene Art der Kommunikation und Verantwortungsbereitschaft.

Jeder Mensch hat das Bedürfnis nach Anerkennung. Dort wo Vorgesetzte ihren Mitarbeitern das Gefühl vermitteln können, dass sie als Menschen beachtet und respektvoll behandelt werden, wird ein Umfeld geschaffen, in dem Mitarbeiter mehr Freude an der Arbeit haben, also auch motivierter sind.

Ein Lob für ein gutes Arbeitsergebnis ist als kurzfristiger Motivator zu sehen, die Anerkennung der Arbeitsleistungen eines Mitarbeiters als Ganzes erfolgt dagegen langfristig und ist ungleich schwieriger als ein kurz ausgesprochenes Lob.

Für die Anerkennung ist es wichtig, dass die Mitarbeiter Autonomie am Arbeitsplatz erleben können und Vertrauen erfahren. Dabei spielt das regelmäßige Feedback auf die geleistete Arbeit eine große Rolle, denn so erleben sich Mitarbeiter als kompetent und fühlen sich ernst genommen. Den persönlichen und respektvollen Ton kann man auch bei Kritikgesprächen wahren.

 
Praxis-Tipp

Lob und (konstruktive) Kritik

Als Vorgesetzter sollten Sie mit Lob daher nicht zu sparsam umgehen, sprechen Sie es gerne auch vor versammelter Mannschaft aus. Es zeigt nicht nur, dass Sie die Arbeit der anderen respektieren, sondern fördert auch die Wertschätzung von Mensch zu Mensch. Das Lob sollte aber in einem ausgewogenen Verhältnis zur konstruktiven Kritik stehen, sonst wird es ersteres schnell als allzu leichtfertig ausgesprochen wahrgenommen, was die Ernsthaftigkeit Ihrer Aussagen schnell ins Wanken geraten lässt.

Damit der Vorgesetzte einen spürbaren Effekt auf die Motivation seiner Mitarbeiter ausüben kann, spielen zudem seine Glaubwürdigkeit, Integrität und Einfühlungsvermögen auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter eine große Rolle. Er muss seinen Mitarbeitern Hilfestellung bei schwierigen Arbeitsaufträgen anbieten. Wichtig ist daher, dass Vorgesetzte mit ihren Mitarbeitern Vereinbarungen treffen und die Zielerreichung in regelmäßigen Abständen überprüfen und für die Bedürfnisse der Mitarbeiter präsent sind.

Dabei spielt es auch eine große Rolle, wie mit Fehlern und Misserfolgen umgegangen wird, denn Schuldzuweisungen wirken kontraproduktiv auf die allgemeine Motivation. Wichtig ist daher, dass die Vorgesetzten bei Fehlern das Gespräch suchen, die Gründe für den Misserfolg vorurteilsfrei benennen und lösungsorientiert vorgehen und Fehler auch als Chance begreifen!

Wesentlich ist auch, dass sich der Chef für seine Mitarbeiter einsetzt und sie ggf. an höherer Stelle vertritt. Er sollte den Teamgeist seiner Mitarbeiter durch klare Ziele fördern und stärken und den Weg aufzeigen, wie diese Ziele erreicht werden können. Er geht mit gutem Beispiel voran und zeigt Einsatz und Leidenschaft für das Unternehmen. Denn ist der Chef nicht motiviert, sind es die Mitarbeiter in der Regel auch nicht.

 
Hinweis

Mitarbeiter auch als privaten Mensch sehen

Betrachten Sie Ihre Mitarbeiter auch als privaten Menschen und gehen Sie so weit möglich auch auf die außerbetrieblichen Einflussfaktoren ein. Berücksichtigen Sie individuelle Probleme und Hintergründe Ihrer Mitarbeiter und bieten Sie gegebenenfalls Lösungsansätze. Die alleinerziehende Mutter wird es Ihnen danken, wenn Sie ihr z.B. in Punkto Arbeits(zeit)verteilung entgegenkommen.

Zeigen Sie auch Interesse an den Menschen und fragen Sie Ihre Mitarbeiter bei passender Gelegenheit wie es ihnen bzw. der Familie und den Kindern geht. Gehen Sie auf deren persönliche Interessen ein und fragen Sie nach den Problemen bei ihrer Arbeit. Begegnen Sie Ihren Mitarbeitern nicht nur als distanzierter Vorgesetzter, sondern auch als Mensch. Wahren Sie dabei die berufliche Distanz, aber ermöglichen Sie den einfachen und unkomplizierten zwischenmenschlichen Kontakt.

 
Praxis-Tipp

Aktionsplan zur Motivationssteigerung

Die Diagnose von Motivationsproblemen bedeutet, Motivationsprobleme im Ansatz zu erkennen, bevor sie Wirkung zeigen. Bereits entstandene Motivationsprobleme müssen soweit analysiert werden, bis eine Ursache erkennbar wird, an der die "Therapie" ansetzen kann. Allerdings beziehen sich Vorgesetzte selbst zu wenig in die Diagnose von Motivationsproblemen ein. Dabei können sie selbst die Ursache für mangelnde Motivation oder Übermotivation sein. Um dies herauszufinden, nutzen Sie hierzu unseren Aktionsplan zur Motivationssteigerung.

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