Mitarbeiterführung und -ent... / 4.2.2 Nachwuchsförderung als "Chefsache"

In Klein- und Mittelbetrieben ist die Förderung der Mitarbeiter (fachliche Qualifizierung) und der Nachwuchs- und Führungskräfte eine "Chefsache". Insbesondere bei der Auswahl, der Vorbereitung und der Ernennung der Führungskräfte spielt das Top-Management die Hauptrolle. Oft übernehmen sie auch die alleinige Verantwortung für Förderung und Entwicklung. Dies gilt vor allem für ihren Stellvertreter und ihren Nachfolger. Auch in Großunternehmen kümmert sich das Top-Management zunehmend um den qualifizierten Führungskräfte-Nachwuchs. Dabei richten sie ihr Augenmerk insbesondere auf die High Potentials. So beteiligen sich einzelne Vorstands- und Geschäftsleitungsmitglieder als Beobachter an Assessment-Centern (AC), oder sie führen mit den Bewerbern der ersten Wahl Auswahlgespräche. Vor allem aber kümmern sie sich während der Einarbeitungs- und Entwicklungsphase um qualifizierte Kandidaten. Sie übernehmen "Patenschaften", begleiten den Entwicklungsprozess Einzelner (Mentoring) und/oder sie lassen sogar Kandidaten beobachtend oder mitarbeitend an Entscheidungsprozessen teilnehmen.

Nachwuchsförderung durch das Top-Management nützt allen Beteiligten: Die Nachwuchskräfte erhalten wertvollen Rat, lernen Managementprozesse aus unmittelbarer Anschauung und teilweiser Beteiligung kennen und bekommen durch die prominente Förderung besonderen Rückenwind für ihre Karriere.

Die Top-Manager lernen die potenziellen (oberen) Führungskräfte mit ihren Stärken, Schwächen und Eignungen frühzeitig aus der Nähe kennen. Sie können deren Entwicklung stark beeinflussen und rechtzeitig die Weichen in die gewünschte Richtung stellen. Sie profitieren aber auch von ihren Kontakten zu den Nachwuchskräften: Die Kandidaten bringen neue wissenschaftliche Erkenntnisse und ggf. Erfahrungen aus anderen Unternehmen ein. Sie stellen nützliche kritische Fragen und nehmen nicht alles als gegeben hin, was "alteingesessenen" Führungskräften oft gar nicht mehr auffällt.

Ein weiterer Pluspunkt: Die oberen Führungskräfte können durch den Kontakt mit den Nachwuchskräften ihren Führungsstil und ihr kooperatives Verhalten auf den Prüfstand stellen. Sie erhalten dabei ungefilterte Rückmeldungen, wie ihr Verhalten bei den Geführten ankommt.

Die Unternehmen profitieren ebenfalls vom Gedankenaustausch zwischen Top-Managern und Nachwuchskräften. Es fließen neue Ideen in die Entscheidungsprozesse ein. Vor allem aber kann das Unternehmen bei vorhersehbarem und auch bei plötzlich auftretendem Bedarf auf bereits in den Führungs- und Management-Prozess integrierte Nachwuchsführungskräfte zurückgreifen.

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