Mitarbeiterführung und -ent... / 4.2.1 Management-Trainingsprogramme

Lebenslanges Lernen gilt auch für Manager aller Hierarchiestufen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass die Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen in der Regel mit ansteigender Hierarchie abnimmt. Die von Personalentwicklern häufig zitierte Forderung, dass ‹die Treppe von oben gekehrt werden› müsse, scheint auf dem Gebiet der Personalentwicklung nur schwer umsetzbar zu sein. Das hat sicher gute Gründe:

  • Wer auf den obersten Stufen der Hierarchie angekommen ist, kann sich kaum/nicht höher entwickeln.
  • Wer auf der höchsten Stufe seiner Kompetenz angekommen ist, findet darin seine Bestätigung, erfolgreich (und damit genug) an seiner Entwicklung gearbeitet zu haben.
  • Die meisten Trainingsangebote sind am Bedarf der Nachwuchskräfte und der Führungskräfte auf den unteren und mittleren Ebenen (somit der Aufsteiger) ausgerichtet und für die oberen Führungskräfte nicht attraktiv.
  • Die Zahl der Mitglieder des Top-Managements ist so klein, dass sich spezielle interne Maßnahmen für sie kaum lohnen.
  • In der Spitze haben sich Spielregeln und Verhaltensweisen entwickelt, die einem gemeinsamen Training – vor allem mit Kollegen aus dem eigenen Unternehmen – oft im Wege stehen.
 
Hinweis

Vorbildfunktion des Managements

Die Unternehmensspitze sollte wegen ihrer Vorbildfunktion mit gutem Beispiel vorangehen und nicht nur Trainingsprogramme für das restliche Management fordern und finanziell und verbal unterstützen. Sie sollte auch Wege finden sich selbst in das Gesamtprogramm einzubringen.

Es gibt einige Möglichkeiten, das Top-Management in Management-Trainingsprogramme einzubinden, zum Beispiel:

  • Mitglieder der Unternehmensleitung übernehmen die Patenschaft für wichtige Managementtrainings.
  • Sie übernehmen bestimmte Teile des Programms wie Begrüßen und Einstimmen der Teilnehmer, Übernahme von Referaten, Teilnahme an einzelnen Abschnitten, Beteiligung an Diskussionen, Kamingespräch am Abend usw.
  • Sie nehmen an Seminaren für Führungskräfte ihres Ressorts zeitweise oder ständig teil.
  • Sie lassen sich von den Teilnehmern ausführlich über Inhalt und Ergebnisse der Seminare berichten und sorgen unterstützend dafür, dass die Teilnehmer das Gelernte auch umsetzen.

Neben der Unterstützung von und der Mitwirkung in Trainingsmaßnahmen haben Top-Manager noch weitere Möglichkeiten, sich für ihre Aufgaben fit zu halten. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Das Hinzuziehen externer Berater oder Coaches,
  • Treffen mit Kollegen anderer Unternehmen zum Erfahrungsaustausch,
  • der Besuch von Kongressen und Tagungen,
  • das Lesen von Managementliteratur.

Management-Trainingsprogramme für die Manager der unteren und mittleren Ebenen sollten stufenweise aufeinander aufbauen. Die Teilnehmer müssen schrittweise die Managementkenntnisse und Verhaltensweisen trainieren, die sie befähigen, ihre derzeitige Position erfolgreich zu besetzen. Bei nachgewiesenem Potenzial und wahrscheinlicher Befähigung für weiteren Aufstieg müssen sie rechtzeitig das Rüstzeug für die nächst höhere Ebene erhalten.

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