Mitarbeiterführung und -ent... / 2 Unternehmens- und Führungsleitsätze

Die Führungsleitsätze spiegeln ein Stück Unternehmenskultur wider und geben Auskunft darüber, wie die Mitarbeiter geführt, gefördert, entlohnt und beteiligt werden. Häufig wird auch die Vorbildfunktion der Führungskraft betont.

Die Erarbeitung und Umsetzung von Führungsleitsätzen kann nur gelingen, wenn alle Betroffenen beteiligt werden, entsprechend ihrer definierten Rolle mitarbeiten und Verantwortung übernehmen. Wenn die Initiative von Ihnen als Personalfunktion ausgeht, überzeugen Sie zunächst die Unternehmensleitung von der Notwendigkeit niedergeschriebener, gemeinsam getragener Führungsleitsätze. Wie aufwändig die Erarbeitung selbst ist, hängt von der Unternehmensgröße und der jeweiligen Situation des Unternehmens ab.

Bei sehr kleinen Unternehmen, deren Führung lediglich aus der Unternehmensleitung besteht, reicht es aus, wenn die gelebten Grundsätze von der Führung aufgeschrieben und mit allen diskutiert werden. Dazu bietet sich z. B. die regelmäßig stattfindende Mitarbeiterinformationsveranstaltung an. Die Anregungen und Ergänzungen können im Anschluss eingearbeitet werden und die fertig gestellten Leitsätze an alle verteilt werden.

Bei Unternehmen, deren Struktur mehrere Führungsebenen aufweist, muss zunächst einmal ein gemeinsames Führungsverständnis erarbeitet werden. Dazu sollte sich das Führungsteam, Vertreter der Mitarbeiter, die Personalfunktion und – wenn vorhanden – ein Vertreter des Betriebsrats mit einem Moderator zurückziehen. Die Gruppe sollte nicht mehr als zwölf Personen umfassen, d. h. es können bei größeren Unternehmen auch nur Vertreter der Führungskräfte teilnehmen.

Die Moderation wird typischerweise von der Personalfunktion oder einem externen Berater übernommen.

Die meisten Führungsleitsätze beschäftigen sich mit allen oder einem Teil der folgenden Inhalte:

  • Ziel- und Ergebnisorientierung
  • Kundenorientierung
  • Führungskultur und Vorbildfunktion der Führungskräfte
  • die wichtigsten Führungsaufgaben (Information und Kommunikation, Steuerung, Unterstützung und Förderung der Mitarbeiter)
  • Erfolg und Leistungsverhalten
  • Mitarbeiterentwicklung

Die Erfahrung zeigt, dass man lieber weniger (eher fünf als zehn), dafür aber umso treffendere und akzeptierte Leitsätze formulieren sollte, denn der Nutzen liegt nicht in deren Erarbeitung, sondern einzig und allein in der Umsetzung der Leitsätze.

 

Praxis-Tipp

Prozesssteuerung bei der Einführung

Wenn Sie mit Führungsleitsätzen arbeiten, werden Sie schnell feststellen, dass es sich bereits in der Erarbeitungsphase um einen sehr dynamischen Prozess handelt, der gesteuert und begleitet werden muss. Insbesondere sollten Sie darauf achten, dass realistische und umsetzbare Leitsätze entstehen. Sonst verschwinden die Arbeitsergebnisse bald in der Schublade und kommen nicht zur Anwendung.

Realistisch und umsetzbar sind die Leitsätze dann, wenn Sie direkt ableiten können, wie ein Leitsatz in Prozessen und Konzepten zur Mitarbeiterführung und -entwicklung erlebbar wird. Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Reihe typischer Führungsleitsätze und ihre Auswirkungen auf die Unternehmenspraxis der Mitarbeiterführung und -entwicklung.

 

Typische Führungsleitsätze und Auswirkungen auf Personalprozesse

Beispiel-Leitsatz Betroffene Personalthemen
Wir fördern und nutzen das Potenzial unserer Mitarbeiter Potenzialanalyse und -entwicklung, Coaching durch Führungskräfte, Personalentwicklung, Entwicklungsperspektiven
Wir kommunizieren offen miteinander und lösen Konflikte in direktem Kontakt Gesprächsführung, Kommunikationsfähigkeiten aller Mitarbeiter, Konfliktmanagement
Wir informieren umfassend und direkt Interne und externe Kommunikation, Mitarbeiterinformation
Wir erfüllen unsere Ziele selbständig und ergebnisorientiert Zielvereinbarungsprozess, Information zu Ergebnissen, Delegationsverhalten
Wir beteiligen unsere Mitarbeiter am Erfolg Erfolgsorientierte Vergütung, Information, Zielvereinbarungen
Wir praktizieren kurze Entscheidungswege zum Nutzen unserer Kunden und zur Erreichung von Wettbewerbsvorteilen Delegation, Prozessmanagement, Kontinuierliche Verbesserungsprozesse

Auch bei den Themen Führung und Personalentwicklung spielen die Vorgaben des AGG eine Rolle. Vielleicht möchten Sie in diesem Zusammenhang auch über einen Verhaltenskodex nachdenken.

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