Minijob: Die wichtigsten Än... / 3.3 Berücksichtigung pro Person einmal im Jahr

Der Übungsleiterfreibetrag und die Ehrenamtspauschale können für eine Person nur einmalig pro Kalenderjahr berücksichtigt werden. Arbeitnehmer haben dem Arbeitgeber anzuzeigen, wenn sie die Freibeträge im laufenden Kalenderjahr bereits anderweitig in Anspruch genommen haben bzw. in Anspruch nehmen werden. Für die zu beurteilende Beschäftigung darf dann lediglich der noch zur Verfügung stehende Restbetrag berücksichtigt werden.

 

Praxis-Tipp

Erklärung zu den Freibeträgen

Die schriftliche Erklärung des Arbeitnehmers über die Inanspruchnahme des Freibetrags kann zu Dokumentationszwecken in den Entgeltunterlagen hinterlegt werden.

Das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt ist für jedes Kalenderjahr gesondert zu ermitteln.

 

Praxis-Beispiel

Berücksichtigung des Übungsleiterfreibetrags

Eine familienversicherte Hausfrau ist seit 1.5. als Übungsleiterin in einem Sportverein tätig. Das monatliche Arbeitsentgelt beträgt 600 EUR. Der Übungsleiterfreibetrag soll angewendet werden. Dieser wurde im laufenden Kalenderjahr bereits in Höhe von 600 EUR ausgeschöpft.

Wie ist die Übungsleitertätigkeit im laufenden Kalenderjahr sowie im Folgejahr sozialversicherungsrechtlich zu beurteilen?

Ergebnis: Das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt für das laufende Kalenderjahr vom 1.5. bis 31.12. (= 8 Monate) ermittelt sich wie folgt:

 
Arbeitsentgelt (600 EUR x 8 Monate =) 4.800 EUR
abzgl. Steuerfreibetrag (2.400 EUR ./. 600 EUR =) 1.800 EUR
regelmäßiges monatliches Arbeitsentgelt (jährl. Arbeitsentgelt: 4.800 EUR – 1.800 EUR Steuerfreibetrag =)
3.000 EUR : 8 Monate = 375 EUR
Da das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt 450 EUR nicht übersteigt, liegt eine geringfügig entlohnte Beschäftigung vor.

Das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt für das Folgejahr ermittelt sich wie folgt:

 
Arbeitsentgelt (600 EUR x 12 Monate =) 7.200 EUR
abzgl. Steuerfreibetrag 2.400 EUR
regelmäßiges monatliches Arbeitsentgelt (jährl. Arbeitsentgelt: 7.200 EUR – 2.400 EUR =)
4.800 EUR : 12 Monate = 400 EUR
Das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt beträgt weniger als 450 EUR. Die Beschäftigung ist somit geringfügig entlohnt.
 

Praxis-Beispiel

Variante 1: Der Steuerfreibetrag wird "pro rata" berücksichtigt

Sachverhalt wie im ersten Beispiel.

Der Übungsleiterfreibetrag wird monatlich bei der Entgeltabrechnung berücksichtigt.

Die geringfügig entlohnte Beschäftigung liegt somit durchgehend ab 1.5. vor.

Auch für das Folgejahr ist die Beschäftigung weiterhin geringfügig entlohnt.

Es besteht Versicherungsfreiheit in der Kranken- und Arbeitslosenversicherung sowie keine Versicherungspflicht in der Pflegeversicherung. In der Rentenversicherung liegt Versicherungspflicht vor, von der sich die Arbeitnehmerin auf Antrag befreien lassen kann. Der Arbeitgeber hat Pauschalbeiträge zur Krankenversicherung und gemeinsam mit der Arbeitnehmerin Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung zu zahlen.

Personengruppenschlüssel: 109

Beitragsgruppenschlüssel: 6 1 0 0

 

Praxis-Beispiel

Variante 2: Der Steuerfreibetrag wird "en-bloc" ausgeschöpft

Sachverhalt wie im ersten Beispiel.

Der Steuerfreibetrag wird jeweils zu Jahresbeginn bzw. zu Beginn der Beschäftigung am Stück in Ansatz gebracht.

Laufendes Kalenderjahr vom 1.5 bis 31.12.

 
Monat Verdienst Ausgeschöpfter Freibetrag Beitragspflichtiges Arbeitsentgelt
Januar – April 600 EUR 600 EUR  
Mai 600 EUR 1.200 EUR
Juni 600 EUR 1.800 EUR
Juli 600 EUR 2.400 EUR
August 600 EUR 600 EUR

Die Übungsleiterpauschale von 2.400 EUR wird im Juli vollständig ausgeschöpft.

Die geringfügig entlohne Beschäftigung ist somit ab August zu melden und zu verbeitragen.

Folgejahr

 
Monat Verdienst Ausgeschöpfter Freibetrag Beitragspflichtiges Arbeitsentgelt
Januar 600 EUR 600 EUR  
Februar 600 EUR 1.200 EUR
März 600 EUR 1.800 EUR
April 600 EUR 2.400 EUR
Mai 600 EUR - 600 EUR

Die geringfügig entlohnte Beschäftigung ist erst nach Ausschöpfen des Übungsleiterfreibetrags ab dem Monat Mai zu melden und zu verbeitragen.

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