Mindestlohn-Erhöhung: Auswi... / 2.2.2 Vollkostenbetrachtung – Zuschlagskalkulation

Zusätzlich oder ergänzend zur Deckungsbeitragsdarstellung, kann eine Veränderung der Margen durch eine Vollkostenkalkulation dargestellt werden. In der Arbeitshilfe findet sich dazu die Mappe "Zuschlagskalkulation". Analog zum bisherigen Vorgehen ist es möglich, mit nur wenigen Eingaben den Preis unter alten Bedingungen und die finanziellen Folgen des Mindestlohns darzustellen.

Nach Übernahme allgemeiner Daten wie Produktbezeichnung, ggf. Kunde und Berechnungsdatum werden die spezifischen Zahlen eingegeben. Das beginnt mit dem Materialeinsatz und dem Gemeinkostenzuschlag. Danach folgen die Daten für Fertigungsbereiche, Vertrieb, Verwaltung, Gewinn, Rabatte usw. Alle Zuschlagssätze werden in die Spalte "Zuschlag" eingegeben, die Planzahlen für Stunden, Löhne und Sondereinzelkosten in die Spalten "Anzahl Stunden", "Stundenlohn" und "Bisheriger Mindestlohn". Das Kalkulationsschema bietet die Möglichkeit, eine manuelle und eine maschinelle Fertigungskostenstelle zu planen. Wie zuvor können Stundenlöhne über 9,50 EUR und bis zu 4 Entgeltgruppen unter 9,50 EUR geplant werden. Bei den Sozialabgaben sollte, wie im Beispiel zu sehen ist, mit Prozentwerten gearbeitet werden. Auf die Lohnsummen werden noch die Fertigungs- bzw. Restgemeinkosten aufgeschlagen. Über die Eingabe der Prozentwerte für z. B. Vertriebsgemeinkosten wird der Bruttoverkaufspreis berechnet.

Um die Situation mit Mindestlohn darzustellen, ist es nicht notwendig weiteren Eingaben vorzunehmen, wenn bei den Löhnen mit Stunden und Stundenkosten gearbeitet wird. Die Stunden werden einfach mit dem Mindestlohn von 9,35 EUR multipliziert und der Zuschlag für die Nebenkosten bezieht sich auf die höhere Lohnsumme.

Abb. 2: Auswirkungen des Mindestlohns auf den Produkt-Gewinn (Auszug Arbeitshilfe auf Basis 2021)

 
Achtung

Vorsicht bei Preisermittlung über Gemeinkostenzuschlagssätze

Durch die Systematik der Zuschlagskalkulation mit den Gemeinkostenzuschlagsätzen erhöht sich der Preis stärker als durch die eigentliche Lohnsteigerung. Dieser Teil der mathematisch zwar korrekt berechneten, inhaltlich aber falschen Preissteigerung, sollte man nicht einfach an seine Kunden weitergeben.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge